22.Juli 2016

Weizen: Kursrally an der Matif - Börse macht einen Satz nach oben

Der europäische Weizenmarkt agiert zum ersten Mal merklich losgelöst von den USA und...

Der europäische Weizenmarkt agiert zum ersten Mal merklich losgelöst von den USA und das Ergebnis war am Donnerstag ein Kurssprung mit plus 7,50 EUR in der Spitze an der europäischen Terminbörse Euronext in Paris (Matif). Das Tageshoch für die Septemberlaufzeit lag bei 167,75 EUR/t und für die Dezemberlaufzeit bei 169,5 EUR/t.

Mit dem Preisanstieg sind auch die Umsätze gestiegen, insgesamt wurden Kontrakte für über 3 Mio. t Weizen umgesetzt. Am Freitag wurde der Kursanstieg gleich zu Handelsbeginn fortgesetzt. Dezemberweizen wurde mit 170 EUR/t gehandelt und die Septemberlaufzeit mit 168,5 EUR/t. Im Tagesverlauf wurden die Gewinne am Freitag allerdings wieder einkassiert. Das Vortagesniveau konnte mit Abstrichen gehalten werden. Der Druck aus dem US-Markt war groß. An der Chicagoer Terminbörse (CBOT) gaben die Weizennotierungen nach anfänglichen Gewinnen nach. Deutliche Kursverluste verbuchte auch der Sojakomplex.

Maßgabe am Weizenmarkt ist jetzt die geerntete Qualität. Die Weizenernte ist in Frankreich in vollem Gange und hierzulande in den Startlöchern. Die französische Weizenernte liegt unter den Erwartungen in Qualität und Ertrag. Die starken Niederschläge in Frühjahr zeigen sich jetzt in niedrigen Hektolitergewichten, die Proteinwerte können das Niveau noch ehesten halten, wird aus dem Handel berichtet. Das führt dazu, dass Marktteilnehmer beginnen, sich zu Absicherungszwecken mit Kontrakten einzudecken.

Viele Marktteilnehmer erinnern sich noch an das Jahr 2014 und den Kursabsturz der Matif-Notierungen aufgrund sehr schwacher Qualitäten in Frankreich. Am Ende zeigte sich, dass Futterweizen in den französischen Andienungslagern lagerte und gegen den Kontrakt angedient wurde. Jetzt kann sich schnell zeigen, wie weit sich die Backweizenqualität preislich vom Futterweizen entfernen kann. Die Futterweizennotierungen könnten auf der Strecke bleiben, wenn die Menge deutlich ansteigt. Dann kann sich zur Belastungsprobe für Absicherungsmodelle erweisen.

Die Weizenexporte aus der EU laufen an mit dem neuen Wirtschaftsjahr. In der Vorwoche haben Exporteure für 826.000 t Weizen Lizenzen bei der EU-Kommission gezogen. Bislang liegen die Exportlizenzen für Weizen bei 1.841.000 t zum vergleichbaren Vorjahreszeitraum waren es 1.262.000 t. agt

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