29.April 2016

Schweinefleisch: Exporte insgesamt konstant

Der Export von deutschem Schweinefleisch in andere EU-Länder wird wohl auch in Folge der...

Der Export von deutschem Schweinefleisch in andere EU-Länder wird wohl auch in Folge der Herkunftskennzeichnung und Nationalismen zunehmend schwieriger, hier ist die Menge im Vergleich zum Vorjahr um fast 5 Prozent zurückgegangen. Den Unternehmen ist es allerdings gelungen, am wachsenden Welthandel und insbesondere an der steigenden Nachfrage in Asien teilzuhaben, so dass die Ausfuhren insgesamt auf dem Vorjahresniveau gehalten werden konnten. Dies berichtet der Verband der Fleischwirtschaft (VDF).

Hierbei ist zu berücksichtigen, dass deutsches Schweinefleisch aufgrund fehlender Veterinärgrundlagen längst nicht in alle potentiellen Abnehmerländer geliefert werden kann. Wäre diese Möglichkeit gegeben, sähe die Preissituation für die Schlachtunternehmen vermutlich günstiger aus. 

Die deutsche Fleischwarenindustrie konnte nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes ihren Umsatz um 0,7 Prozent von 18,16 Mrd. Euro auf 18,30 Mrd. Euro leicht ausdehnen. Die Zahl der Betriebe in Deutschland blieb mit 384 weitgehend stabil, während die Zahl der Beschäftigten leicht auf 58.930 (2014: 57.803) zunahm.

Die Nachfrage

Der Fleischverzehr ist in Deutschland im Jahr 2015 gegenüber dem Vorjahr von 60,9 kg pro Kopf der Bevölkerung auf 59,9 kg um 1 kg gesunken. Hauptgründe dafür sind die sich ändernden Verzehrgewohnheiten mit kontinuierlich steigendem Außer-Haus-Konsum, eine weiter alternde Gesellschaft mit geringer Nachfrage nach Nahrungsmitteln insgesamt sowie eine enttäuschende Grillsaison im zurückliegenden Jahr. Im europäischen Vergleich liegt der Verzehr in Deutschland damit hinter Dänemark, Spanien, Frankreich und weiteren EU-Mitgliedsländern im Mittelfeld. 

Mit einem statistischen Pro-Kopf-Verzehr von 37,3 kg liegt Schweinefleisch trotz eines Rückgangs von 1,2 kg weiterhin deutlich an der Spitze der Verbrauchergunst. Wichtigste Ursachen dürften in der demografischen Entwicklung, in der stets weiter zunehmenden Entwicklung hin zum Außer-Haus-Verzehr und im Anstieg des Anteils von Bevölkerungsgruppen, die Schweinefleisch aus dem Ernährungsraster ausschließen, zu finden sein.

Das Angebot

Die Fleischerzeugung insgesamt stieg in Deutschland im vergangenen Jahr leicht an, die Entwicklung bei den einzelnen Fleischarten ist jedoch unterschiedlich. Ebenso legte die Produktion der Fleischwarenindustrie wieder zu.

Die Zahl der Schlachtungen von Schweinen stieg 2015 über das bereits hohe Niveau des Vorjahres und legte um 0,8 Prozent auf 59,3 Mio. Stück zu. Die erzeugte Fleischmenge stieg um ebenfalls um 0,8 Prozent auf 5,6 Mio. t. Schweinefleisch blieb die wichtigste Fleischart mit einem Produktionsanteil von gut 67 Prozent. Danach folgen Geflügelfleisch mit knapp 18 Prozent und Rindfleisch mit knapp 14 Prozent. Der Anteil der übrigen Fleischsorten (v. a. Schaf- und Ziegenfleisch) beträgt nur ca. 0,3 Prozent.

Der Export

Bei frischem und gefrorenem Schweinefleisch ist die Exportmenge nach vorläufigen Daten um etwa 0,8 Prozent auf insgesamt 1,772 Mio.t angestiegen. Der Anteil der EU-Mitgliedstaaten betrug 80 Prozent. 

Trotz schwieriger Bedingungen bei den Veterinärregelungen mit bestimmten Drittländern und der kompletten Sperre Russlands aufgrund der afrikanischen Schweinepest im Osten der EU ab Februar 2014 konnte das Drittlandsvolumen bei frischem und gefrorenem Schweinefleisch mit 356.000 t um gut 65.000 t deutlich gesteigert werden. Die Lieferungen in EU-Länder nahmen hingegen um 51.000 t auf 1.416.000 t ab. 

Deutschland ist in diesem Bereich erneut größter Drittlandsexporteur der EU vor Dänemark. Insgesamt hat sich die Struktur der Exportziele außerhalb der EU erheblich differenziert. Die deutschen Schweinefleischexporteure beliefern mittlerweile eine breitere Palette von Ländern.

Erneut stark zugenommen hat der Export nach China mit einer Verdoppelung der Liefermenge auf 168.000 t. Einen leichten Rückgang gab es bei den Lieferungen nach Korea (-0,7 Prozent auf 65.900 t), die 2014 um gut 36.000 t angestiegen waren. Drittstärkster Abnehmer außerhalb der EU sind die Philippinen mit 25.700t (minus 4.100 t). Der Export nach Japan ist mit 13.200 t nahezu unverändert. Südafrika ist mit 13.000 t ein weiterer bedeutender Abnehmer. 

Nimmt man alle Produkte des Sektors Schweinefleisch zusammen (gekühlt, gefroren, verarbeitet, Nebenprodukte, Fette etc.), so beträgt die Exportmenge in Drittländer 811.000 t. Der Wegfall des Exports nach Russland ist zumindest mengenmäßig mehr als kompensiert.

Die Einfuhren

Die Einfuhr von frischem und gefrorenem Schweinefleisch ist 2015 um 8,2 Prozent auf 913.000 t zurückgegangen. Wichtigstes Lieferland ist wie auch im Vorjahr Dänemark mit 330.000 t (-3,3 Prozent) vor Belgien mit 300.000 t (-10,3 Prozent) und den Niederlanden mit 109.000 t (-10,3 Prozent). Aus Drittländern wurden lediglich 3.400 t importiert, das meiste davon aus Chile, dessen Lieferungen im Vergleich zu 2014 um 13,1 Prozent auf 1.700 t zurückgingen. agt

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