22.Mai 2018

Biodiversität: Unternehmen und Politik in der Pflicht

Unternehmen sollen einen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt leisten und zu diesem Zweck ihre...

Unternehmen sollen einen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt leisten und zu diesem Zweck ihre Beschaffungsrichtlinien entsprechend überarbeiten. Das fordert der Global Nature Fund (GNF), Radolfzell, in einer am gestrigen Montag veröffentlichten Mitteilung.

Die Stiftung sieht darüber hinaus auch die EU-Agrarpolitik in der Pflicht, den "dramatischen Verlust der biologischen Vielfalt zu stoppen". Die Agrarpolitik müsse zukünftig einen stärkeren gesellschaftlichen Mehrwert erbringen.

Die Lebensmittelbranche stehe in einer besonderen Verantwortung für die biologische Vielfalt, die sie bisher vernachlässige und damit ihre eigene Ertragsgrundlage gefährde. Um die Artenvielfalt in der Landwirtschaft wieder zu erhöhen und die Lebensmittelbranche zu unterstützen, ihrer Verantwortung nachzugehen, hätten GNF und die Bodenseestiftung die europäische Initiative "Life Food & Biodiversity" ins Leben gerufen.

Im Rahmen der von der EU-Kommission geförderten Initiative soll gemeinsam mit Partnern in Frankreich, Spanien und Portugal der Schutz der biologischen Vielfalt in der Lebensmittelbranche durch Standards und Labels vorangetrieben werden.

Die Projektpartner haben einen Katalog mit Empfehlungen für wirkungsvolle Kriterien zum Schutz der Biodiversität veröffentlicht. Organisationen und Unternehmen könnten die Empfehlungen zur Überarbeitung ihrer Kriterien heranziehen, um den "negativen Einfluss der Landwirtschaft auf die Ökosysteme, die Artenvielfalt und die Agro-Biodiversität zu reduzieren".

Die Projektpartner erprobten alle vorgeschlagenen Maßnahmen, gemeinsam mit Erzeugergemeinschaften und Landwirten, auf europaweit über 70 Pilotbetrieben. Erste Ergebnisse zeigten eine "deutliche Verbesserung der Biodiversitätsperformance" auf dem Feld.

Außerdem sei die Revision der Europäischen Agrarpolitik (GAP) ein entscheidender Hebel, den Schutz der biologischen Vielfalt in der Landwirtschaft effektiver zu gestalten. Die Definition von Basiskriterien, die von allen landwirtschaftlichen Erzeugern eingehalten werden müssten, sei dringend erforderlich.

Darüber hinaus sollten ein Biodiversitätsmanagement und die Umsetzung einer "sehr guten fachlichen Praxis" honoriert werden, da diese Leistungen entscheidend dazu beitrügen, den Verlust der biologischen Vielfalt zu stoppen und die Ziele der nationalen Biodiversitätsstrategie zu erreichen.

Lebensmittelsysteme sind laut GNF für 60 Prozent des weltweiten Biodiversitätsverlusts auf dem Festland verantwortlich. In Deutschland seien inzwischen 41 Prozent der rund 560 Wildbienenarten als bestandsgefährdet eingestuft, und die Zahl der Ackerwildkräuterarten im Feld sei um 71 Prozent zurückgegangen.

Doch nicht nur auf den Feldern, sondern auch im Boden ist die Vielfalt nach Ansicht des GNF gefährdet: 45 Prozent der Böden in Europa hätten an organischer Substanz verloren. Diese Abnahme von Humusgehalt und Bodenlebewesen wirke sich direkt auf die Bodenfruchtbarkeit und damit die Ernte aus. agt

23.Mai 2018

Nachhaltigkeit und Tierwohl: Neue Broschüren

Nachhaltige Lebensmittelherstellung steht im Fokus einer neuen BÖLN*-Broschürenreihe...
23.Mai 2018

Genossenschaften: Führend im Kampf gegen Klimawandel

Europäische landwirtschaftliche Genossenschaften sind führend bei der Entwicklung...
23.Mai 2018

Sorghum: China schafft Zölle auf US-Importe ab

China hat seine Anti-Dumping-Zölle gegen Sorghum aus den USA wieder abgeschafft. Wie der...
23.Mai 2018

Schlachtschweine: V-Preis nachfragebedingt fester

Aufgrund der Markt- und Preiserhebung der Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh...
23.Mai 2018

DLG auf den Feldtagen: Aus der Praxis für die Praxis

Die DLG richtet auf den DLG-Feldtagen vom 12. bis 14. Juni einen Informationsstand im...