22.Februar 2017

Tierhaltung: Nationale Nutztierstrategie gefordert

Bei einem Forum der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) wurde eine nationale...

Bei einem Forum der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) wurde eine nationale Nutztierstrategie über Partei- und Ressortgrenzen hinaus gefordert. Nur ein parteiübergreifender, ganzheitlicher Ansatz sei erfolgversprechend. Der DBU berichtet:

"Man braucht Zielbilder, wie man mit Nutztieren künftig umgehen will", sagte Prof. Dr. Folkhard Isermeyer, Präsident des Thünen-Instituts, Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei, Braunschweig. Auf Grundlage eines Gutachtens vom Wissenschaftlichen Beirat für Agrarpolitik beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft stellte er Wege zu einer gesellschaftlich akzeptierten Nutztierhaltung vor, aus denen eine nationale Nutztierstrategie resultieren sollte.

Eine Kernfrage sei, so Isermeyer, ob Politik, Gesellschaft und Landwirtschaft auch den Mut hätten, die deutsche Nutztierhaltung strategisch von der derzeit durch den Weltmarkt vorgegebenen Richtung wegzuführen.

Dr. Lars Schrader vom Friedrich-Loeffler-Institut, Celle, gab zu bedenken, dass so ein Vorhaben jedes Jahr, und zwar langfristig, drei bis fünf Milliarden Euro kosten würde. Die Finanzierung könne abgedeckt werden, so DBU-Kuratoriums- sowie Bundestagsmitglied und Grünen-Politikerin Bärbel Höhn, wenn klima- und umweltschädliche Subventionen abgebaut und damit Gelder frei würden.

Ressortübergreifendes Gesamtkonzept und Weg der kleinen Schritte

Auf die Frage von Undine Kurth, stellvertretende DBU-Kuratoriumsvorsitzende und Vizepräsidentin des Deutschen Naturschutzrings (DNR), was die Branche tun könne, wurde darauf verwiesen, dass es bereits Allianzen zwischen Bauernverbänden und Naturschutzorganisationen gäbe. Dennoch sei, nach Einschätzung von Podiumsteilnehmer Philipp Schulze Esking, die Haltung der Branche dazu sehr heterogen. Er ist Vizepräsident der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft und selbst Landwirt.

Isermeyer resümierte: "Eine andere Alternative als eine nationale Nutztierstrategie sehe ich nicht." Nach Vorstellung von Höhn solle zum Beispiel für zwei Jahre eine Kommission eingesetzt werden: "Wenn die Planung gut ist, dann ist auch die Umsetzung gut." Der Beschluss zu einer nationalen Nutztierstrategie sei aber originäre Aufgabe des Bundestages - nach vorheriger Vorlage eines gemeinsamen Gesamtkonzepts von Umwelt- und Landwirtschaftsministerium. agt

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