22.Juli 2014

Getreide: Weizenqualität sehr heterogen

Die bislang im Süden geernteten Weizenmengen sind von sehr heterogener Qualität....

Die bislang im Süden geernteten Weizenmengen sind von sehr heterogener Qualität. Über das Wochenende sind die Mähdrescher mit Hochdruck gefahren; derzeit bremst im südlichen Teil Deutschlands wieder Regen die Ernte, während es im Norden und Westen fast ungehindert weitergeht. Die Erträge beim Weizen liegen in Bayern und Baden-Württemberg dem Vernehmen nach "zwischen 50 und 100 Doppelzentnern", je nach Boden und Sorte.      

Im Westen ist mit der Weizenernte bereits begonnen worden, hier wurde aber noch nicht genügend Menge eingebracht, um belastbare Ergebnisse zu erhalten. "Wir haben den Eindruck guter Durchschnittserträge, aber nicht auf Vorjahresniveau", meinte ein Händler aus dem niedersächsischen Raum.     

Beim Proteinwert sei "zwischen 10 und 16 Prozent alles dabei", während im Süden diese Kennzahl knapp mit "sehr schlecht" kommentiert wurde. E-Weizen der Sorte Akteur, der sonst um 13,5 Prozent aufweise, biete jetzt nur 11,5 Prozent. "Und auch bei den Fallzahlen haben wir mit 180 bis 400 Sekunden eine sehr große Bandbreite." Die vier Wochen Trockenheit im Juni und die anschließenden reichlichen Niederschläge im südlichen Teil Deutschlands hhaben dem Weizen wohl doch stärker geschadet als zunächst angenommen.            

Wintergerste ist unterdessen in weiten Teilen Deutschlands vom Feld. Hier werden "Top-Erträge" von 70 bis 100 dt im Süden und 80 bis 120 dt im Westen genannt. "Die Proteinwerte lassen etwas zu wünschen übrig, um die 10 Prozent", war aus Bayern zu hören.

B-Weizen franko Hamburg, Basis September, wurde am gestrigen Montag mit "6,50 Euro/t über November" veranschlagt, A-Weizen mit einer Prämie von "9,- bis 10,- Euro/t über". Gerste soll franko Hamburg, Basis September, bei 155,- Euro/t liegen, während Richtung Südoldenburg ein Briefkurs von gleichfalls 155,- Euro/t gefordert wird, der aber Schwierigkeiten hat, Abnehmer zu finden.     

Für Gerste auf den Termin 9-12, franko Südoldenburg, wurden 161,- bis 164,- Euro/t genannt. Franko Heilbronn waren für Futtergerste, Spotware, 145,- Euro/t zu hören sowie für Futter- als auch B-Weizen 165,- Euro/t.      

Die Weizennotierungen an der Matif haben zum Wochenanfang merklich nachgegeben. Der Frontmonat schloss mit 176,50 Euro/t auf einem neuen 4-Jahres-Tief. Damit folgten die Notierungen den Vorgaben aus den USA, wo die Mais-Futures nach dem kurzen Ausschlag nach oben vor dem Wochenende ihren Abwärtskurs wieder eingeschlagen hatten.         

Der Flugzeugabschuss im Osten der Ukraine hatte kurzzeitig Bedenken über eine mögliche Unterbrechung der Getreidelieferungen aus dieser Region hervorgerufen, die jedoch bald wieder von den vorherrschenden bearishen Fundamentaldaten überwogen wurden. 

Der US-Mais erreichte daraufhin einen neuen Tiefststand seit Juli 2010. Das anhaltend günstige Wetter im Mittleren Westen der USA und die Erwartungen an eine zweite US-Rekordernte in Folge halten an. Bis mindestens zur Wochenmitte soll das warme Wetter anhalten. US-Agrarministerium (USDA) schätzt, dass 76 Prozent der US-Maisfeldbestände sich in gutem bis sehr gutem Zustand befinden, und die Wetterprognose verbessert die Aussichten für die kommende Ernte noch weiter (Erntezeitraum: September bis November).      

Auch die US-Weizennotierungen haben am vergangenen Donnerstag vor dem Hintergrund der Vorgänge in der Ukraine kurz nach oben gezuckt, gaben am Freitag jedoch bereits wieder nach. "Der Markt hat sich einen Augenblick hinreißen lassen", kommentierte Tom Leffler von Leffler Commodities in Augusta, Kansas.       

"Das war eine instinktive Reaktion, aber fundamental hat sich an den Getreidemärkten nichts geändert. Wir sind immer noch zu teuer im Vergleich zu anderen Ländern."
Das USDA schätzte am gestrigen Montag, dass 75 Prozent des US-Winterweizens geerntet sind. agt Dow Jones

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