23.August 2017

Unwetter: Schwere Sturm- und Hagelschäden in Mais

Die Kaltfront „Kolle“, die am Freitagnachmittag vor allem die hohen Temperaturen...

Die Kaltfront „Kolle“, die am Freitagnachmittag vor allem die hohen Temperaturen im Süden ablöste, hat – nach den Unwettern der letzten Wochen – erneut heftige Schäden in der Landwirtschaft verursacht. Die als geschädigt gemeldete Fläche vor allem in Bayern und Baden-Württemberg beträgt rund 15.000 Hektar.

Allein 13.000 Hektar Mais wurden durch Hagel und schwere Sturmböen geschädigt. Geschädigt wurden darüber hinaus aber auch Mähdruschfrüchte wie Getreide und Raps. Die Witterung in diesem Jahr hat die Erntearbeiten vielerorts immer wieder unterbrochen, so dass die Frucht noch auf dem Halm stand. Gemüse, Hopfen, Tabak und Kernobst wurden ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. Der versicherte Wert der Kulturen beläuft sich auf etwa 35 Mio. EUR, das teilt die Vereinigte Hagelversicherung mit.

Drei parallele Gewitterlinien

Drei besonders markante Unwetterlinien hatten sich am Freitag bis in den Abend hinein gebildet. Von Heilbronn über Erlangen bis nach Weiden in der Oberpfalz erstreckte sich die nördlichste Linie. Kleinere Schäden entstanden auf einer Reihe von Reutlingen über Heidenheim/Brenz, Neuburg an der Donau bis nach Neumarkt in der Oberpfalz. Die dritte Unwetterfront wütete am Nordufer des Bodensees sowie in den bayerischen Landkreisen Mühldorf, Altötting, Rottal-Inn, Passau, Freyung-Grafenau bis an die tschechische Grenze. Weitere Schäden wurden im Raum Bad Kissingen sowie im Bereich des Spreewaldes gemeldet.

Zu den Hagelschäden kommen noch einmal große Sturmschäden. Wenn man bedenkt, dass die Versicherungsdichte gegen Sturm noch nicht so ausgeprägt ist wie gegen Hagel, dürften weitere Tausende Hektar geschädigt sein, für die kein Versicherungsschutz besteht, so die Vereinigte Hagel. Deutschlandweit sind zum Dienstag 17.000 Hektar gemeldet worden; ein gutes Drittel davon aufgrund von Sturmschäden.

Ausfallrisiko richtig absichern

Gerade für die Milchviehbetriebe und Biogasanlagenbetreiber entsteht jetzt eine Versorgungslücke. Weder die Milchviehhalter noch die Betreiber von Biogasanlagen können auf das notwendige Futter oder das Substrat verzichten. Der Nachbau von Weidelgras oder die Nutzung des Getreides als GPS ist zu diesem späten Schadenzeitpunkt aber nicht mehr möglich, so dass in vielen Fällen nur der Zukauf als Alternative bleibt.

Bei einem Maisertrag von 40 bis 50 Tonnen Frischmasse pro Hektar und einer Entfernung von 30 Kilometer ist mit Frachtkosten von rund 8 Euro pro Tonne zu kalkulieren. Diese sollten bei der Festlegung des Hektarwertes dringend berücksichtigt werden. Die zusätzliche Versicherung gegen Sturm kostet dabei lediglich einen Zuschlag  bei der Prämie. Die Versicherungssteuer, die für die Betriebe zu den Kosten zählt, erhöht sich nicht. Aufgrund der Summenbesteuerung, die seit 2013 auch für die Mehrgefahrenversicherung gilt, bleibt die Steuer identisch - egal wie viele Gefahren versichert sind. agt

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