09.Dezember 2016

Klimawandel: Ernteschäden von 500 Mio. Euro pro Jahr

Wetterextreme wie Hagel, Trockenheit oder Überschwemmungen verursachen in Deutschland im...

Wetterextreme wie Hagel, Trockenheit oder Überschwemmungen verursachen in Deutschland im Schnitt Ernteschäden von rund 511 Millionen Euro im Jahr. Hierzulande gibt es etwa 285.000 landwirtschaftliche Betriebe, die von solchen Wetterextremen betroffen sein können. Das geht aus der Publikation zur „Landwirtschaftlichen Mehrgefahrenversicherung“ hervor, die der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) vorgestellt hat.

Die Folgen des Klimawandels verändern auch die Risikolage für die Landwirte. Dürren, Spätfröste oder Überschwemmungen können zu existenzbedrohenden Schäden führen. Allein 2003 verursachte eine Dürreperiode Ernteschäden in Höhe von 1,6 Milliarden Euro. Gegen solche Risiken haben sich bislang zu wenige Landwirte versichert. Der Grund: Für Pflanzen- und Tierversicherungen müssen Landwirte in Deutschland außergewöhnlich hohe Steuern zahlen – zum Teil 19 Prozent. In Frankreich, Spanien oder Italien werden dagegen auf diese Policen keine Steuern erhoben.

Bedrohung durch Tierseuchen

Aktuell sind für tierhaltende Betriebe die Europäische und die Afrikanische Schweinepest sowie die Maul- und Klauenseuche die größten Risiken. Derzeit müssen die Landwirte mit den Folgen der Vogelgrippe kämpfen, deren Ausbreitung mit allen Mitteln verhindert werden soll. Werden Landwirte zur Keulung ihrer Tiere verpflichtet, erhalten sie zwar eine finanzielle Entschädigung durch die Tierseuchenkassen. Diese erstatten die Tötungskosten und den gemeinen Wert der getöteten Tiere. Zusätzliche entstehende Betriebskosten und Ertragsausfälle werden jedoch nicht ersetzt.
Die Kosten für die Entsorgung von Futter, Mist, Gülle und Silage oder Viehzukäufe müssen die Landwirte daher selbst tragen. Dies kann unter Umständen schon das finanzielle Aus bedeuten. agt

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