Im Zuge der aktuellen Entwicklungen rund um das Warengeschäft der Volksbank VR Plus Altmark-Wendland eG prüft die Agravis Raiffeisen AG gemeinsam mit regionalen Genossenschaften eine mögliche Beteiligungslösung. Die Bank will sich von ihrem Warengeschäft trennen. „Wir glauben daran, dass es richtig ist, das Warengeschäft nicht meistbietend in Einzelteile zu zerschlagen. Wir setzen auf unser Angebot, das ganzheitlich genossenschaftliche Zukunft lebt und genossenschaftliche Strukturen sichert. Dafür werben wir“, betonte Jan Heinecke, Mitglied des Agravis‑Vorstandes, während der Agravis-Hauptversammlung am Mittwoch (6. Mai 2026) in Oldenburg. Die Agravis befinde sich in konstruktiven Gesprächen mit regionalen Genossenschaften, um unter der Federführung der Agravis Niedersachsen-Süd GmbH eine gemeinsame genossenschaftliche Lösung zu entwickeln. Entscheidend seien dabei neben der nachhaltigen Wirtschaftlichkeit der Erhalt von Arbeitsplätzen, regionale Entscheidungsfreiheit und die aktive Einbindung der Mitglieder.
Genossenschaft verpflichtet
Dieses Vorgehen entspricht dem Selbstverständnis der Agravis innerhalb des genossenschaftlichen Agrarhandels. Das Unternehmen versteht sich als Teil eines starken Raiffeisen-Verbundes „mit dem formulierten Auftrag unserer Eigentümer, genossenschaftliches Geschäft zu sichern und auszubauen." In unterschiedlichen Regionen ihres Arbeitsgebietes hat die Agravis gemeinsam mit genossenschaftlichen Partnern schon solche gemeinsamen Lösungen umgesetzt, so Heinecke. So seien an der Agravis Niedersachsen-Süd GmbH vier Genossenschaften eine Finanzbeteiligung eingegangen. Ein anderes Beispiel ist in der Region Westfalen die Railand Raiffeisen AG.
Agrarvis schaut sich in Süddeutschland um
Vor einigen Wochen hatte die Agravis AG Hannover/Münster mitgeteilt, sich in den kommenden Jahren in Bayern und Baden-Württemberg umzuschauen. Erste Gespräche mit den Genossenschaften in Süddeutschland bekunden das Interesse einer Zusammenarbeit mit dem genossenschaftlichen Großhändler aus dem Norden. Agravis reagiert damit auf eine wachsende Nachfrage regionaler Genossenschaften nach leistungsfähigen Großhandelspartnern. Hinzu kommt die finanzielle Schieflage der Baywa AG und das Interesse von Genossenschaften, sich mit einem verlässlichen Großhandelspartner zusammenzutun.
