Nach Angaben des Statistischen Bundesamt (Destatis) erweiterten Anbauer die Flächen von Futtererbsen auf 147.400 ha, was einem Plus von 14 Prozent entspricht. Die größten Flächenausweitungen erwarten die Statistiken in Baden-Württemberg (plus 41 Prozent) sowie in Schleswig-Holstein (plus 19 Prozent) und Bayern (plus 18 Prozent), wie die Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen (Ufop) berichtet. Das flächenmäßig wichtigste Bundesland Mecklenburg-Vorpommern kommt auf ein Plus von rund 8 Prozent.
Auch bei Ackerbohnen weiteten Landwirte den Anbau in diesem Jahr um plus 14 Prozent auf 70.300 ha aus. Sojabohnen verzeichnen ebenfalls einen Zuwachs von fast 18 Prozent auf eine Fläche von 51.000 ha. Der Schwerpunkt beim Sojaanbau bleibt im Süden, die größten prozentualen Steigerungen werden allerdings in Ostdeutschland erwartet.
Verursacherprinzip bei Entwaldung gefordert
Die Zahlen zeigten, dass Betriebe ihre Fruchtfolgen ausbauen und mit Leguminosen als luftstickstoffbindenden Blühpflanzen neue Wertschöpfungspotenziale erschließen. Für eine nachhaltige Fortsetzung brauche es jedoch wirtschaftlich tragfähige Rahmenbedingungen, wie die angekündigten Proteinstrategien von EU-Kommission und Bundeslandwirtschaftsministerium zur Unterstützung des heimischen Proteinpflanzenanbaus.
Das Vorhaben der EU-Kommission, Sojabohnen weltweit als Rohstoff mit hohem Risiko indirekter Landnutzungsänderungen ("high‑iLUC"-Rohstoff) einzustufen, sehen die Fachleute dagegen äußerst kritisch: Die Anbauentwicklung in Europa würde massiv beeinträchtigt, wenn auch EU-Sojabohnen dadurch eine Wertschöpfungsoption, beispielsweise in Biokraftstoffen, verlieren würde. Die Ufop fordert daher die Entwicklung eines verursacherbezogenen Ansatzes gegen Urwaldrodung zu entwickeln.
