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| Markus Wolf

Anteil am Strommix erneut bei 56 Prozent

In Deutschland waren Windkraft und Photovoltaik die größten Nettostromerzeuger im Jahr 2025; Braunkohle rutscht auf Rang drei ab. Zubau von Batteriespeichern nimmt Fahrt auf.

Insgesamt produzierten die erneuerbaren Energiequellen Solar, Wind, Wasser, Biomasse und Geothermie im Jahr 2025 rund 278 (Vorjahr:272) TWh, wovon 256 TWh in das öffentliche Stromnetz eingespeist und 22 TWh selbst verbraucht wurden. Der Anteil der in Deutschland in das öffentliche Stromnetz eingespeisten erneuerbaren Energien am Strommix, der tatsächlich aus der Steckdose kommt, lag 2025 wie im Vorjahr bei etwa 56 Prozent. Allerdings verfehlt die erneuerbare Nettostromerzeugung den für 2025 angestrebten Wert von 346 TWh deutlich. Die Hauptursache dafür liegt laut dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme bei “Ausbauverfehlungen bei Wind onshore und offshore”. Aufgrund unterschiedlicher Volllaststunden wirken sich fehlende Leistungen bei Wind onshore etwa doppelt, bei Wind offshore rund 3,5-fach auf die Strommengen aus. Hinzu kommen hohe Eigenverbrauchsanteile bei Photovoltaik sowie zunehmend suboptimale Ausrichtungen (etwa Ost-West), die die Netzverträglichkeit verbessern, aber den spezifischen Ertrag senken. 

Windkraft bleibt hinter Ausbauzielen zurück

Stärkster Nettostromerzeuger war laut dem Fraunhofer ISE die Windkraft, obwohl die Produktion aufgrund schlechterer Windverhältnisse mit 132 Terawattstunden (TWh) um 3 Prozent niedriger war als im Vorjahr. Der Anteil von Wind onshore betrug etwa 106 TWh, Wind offshore erzeugte etwa 26 TWh. Onshore wurden 4,5 Gigawatt (GW) neuer Leistung zugebaut, offshore nur 0,3 GW. Damit bleibt der Windausbau deutlich unter den deutschen Ausbauzielen zurück: Ende 2025 war eine installierte Leistung von 76,5 GW vorgesehen, tatsächlich installiert sind nur gut 68 GW.

Hoher Eigenverbrauch bei Photovoltaik

Photovoltaikanlagen haben im Jahr 2025 etwa 87 TWh Strom erzeugt. Davon wurden rund 71 TWh in das öffentliche Netz eingespeist und etwa 17 TWh selbst verbraucht. Die gesamte Produktion hat sich gegenüber dem Vorjahr um 21 Prozent erhöht, wodurch die Photovoltaik bei der öffentlichen Nettostromerzeugung auf Platz zwei vorrückte. Die installierte Solarleistung lag Ende 2025 bei 117 Gigawatt Modulleistung (DC), über das Jahr wurden gut 16 GWDC Leistung netto zugebaut (entspricht 14,3 GWAC). Um die deutschen Klimaziele zu erreichen, muss dieser Ausbau 2026 auf 22 GW gesteigert werden, so das Fraunhofer ISE.

Aus Biomasse wurden in Deutschland 41 (Vorjahr: 37) TWh Strom produziert. Davon wurden 36 TWh ins Netz eingespeist und 5 TWh selbst verbraucht. Die Wasserkraft produzierte aufgrund niedriger Niederschläge nur knapp 18 (2024: 22) TWh.

Batteriespeicher immer günstiger

Bei Batteriespeichern ist den Angaben zufolge eine besonders dynamische Entwicklung zu beobachten. Hohe untertägige Strompreisschwankungen machen ihren Betrieb attraktiv, während stark gesunkene Kosten Investitionen begünstigen. Die Kapazität der Großbatteriespeicher stieg im Jahresverlauf um 60 Prozent auf 3,7 GWh. Insgesamt sind derzeit knapp 25 GWh Batteriespeicher-Kapazität installiert, der Großteil mit knapp 20 GWh als Heimspeicher. Die Modellierungen des Fraunhofer ISE zeigen je nach Szenario bis 2030 einen Speicherbedarf von 100 bis 170 GWh auf. 

Erzeugung aus fossilen Quellen konstant

Die Netto-Stromerzeugung aus Braunkohlekraftwerken ging um fast 4 auf 67,2 TWh zurück. Im Gegenzug stieg die Erzeugung der Steinkohlekraftwerke um gut 2 auf 26,7 TWh. Erdgaskraftwerke haben 52,4 TWh netto für die öffentliche Stromversorgung und 26 TWh für den industriellen Eigenverbrauch produziert. Die Produktion lag damit 3,7 TWh über dem Niveau des Vorjahres.

Sinkender Nettostromimport 2025
Im Jahr 2025 hatte Deutschland beim Stromhandel einen Import von 76 TWh gegenüber einem Export von 54 TWh, wodurch sich im Saldo ein Importüberschuss von 22 (Vorjahr: 28) TWh ergab. Gründe für die zurückgegangenen Importe waren insbesondere die niedrigen Gaspreise und die höheren Börsenstrompreise in Deutschland und den Nachbarländern, die zu mehr Eigenerzeugung aus Erdgas führten. Der Großteil der Importe kam aus Dänemark, Frankreich und  den Niederlanden.