Der Stromverbrauch im 1. Quartal wurde zum gut der Hälfte aus Erneuerbaren Energien gedeckt. Foto: Gina Sanders - stock.adobe.com

| Markus Wolf

Bedeutung der Erneuerbaren wächst

Erneuerbare Energien haben im 1. Quartal 2026 rund 53 Prozent des Stromverbrauchs in Deutschland abgedeckt. Windenergie sorgt für deutlichen Anstieg.

“Erneuerbare Energien sichern mehr als die Hälfte unserer Stromversorgung. Das ist gut für den Klimaschutz, doch mindestens genauso wichtig ist in der derzeitigen geopolitischen Lage, dass Erneuerbare Energien die Versorgungssicherheit, Resilienz und strategische Souveränität Deutschlands stärken”, kommentierte der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) die Ergebnisse 

Zwei Berechnungsmethoden für den Ökostromanteil

Der Anteil Erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch im ersten Quartal 2026 beträgt laut BDEW 53 Prozent, das sind 6 Prozentpunkte mehr als ein Jahr zuvor. Die Berechnung gehe auf europäische Vorgaben zurück und stehe im Einklang mit den Zieldefinitionen der Bundesregierung zum Ausbau der Erneuerbaren Energien. Der Bruttostromverbrauch bildet das Stromsystem eines Landes ab und setzt sich zusammen aus der Summe der Bruttostromerzeugung eines Landes und dem Saldo seines Stromaustausches über die Landesgrenzen. Eine andere Möglichkeit ist, den Anteil der Erneuerbaren Energien an der Bruttostromerzeugung zu messen. Diese umfasst die gesamte in Deutschland erzeugte Strommenge. Der Anteil Erneuerbarer Energien auf Basis der Bruttostromerzeugung beträgt laut BDEW gut 52 Prozent.
 

Nach vorläufigen Berechnungen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) erzeugten Erneuerbare-Energien-Anlagen von Januar bis März 73,4 (Vorjahr: 64,7) Mrd. kWh. Das Plus zum (laut BDEW windschwachen) Vorjahresquartal geht insbesondere auf die höhere Stromerzeugung aus Windenergie an Land (+28 Prozent) und auf See (+44 Prozent) zurück. Die Stromerzeugung aus Photovoltaik lag dagegen 5 Prozent unter dem Vorjahreswert. Bei Strom aus Wasserkraft machen sich die geringen Niederschlagsmengen in den vergangenen drei Monaten im Vergleich zum Vorjahr bemerkbar (-21 Prozent auf 3,3 Mrd. kWh).