Ohne Behandlung verursacht das Ungras erhebliche Probleme im Mais. Foto: Bayer

| Charlotte Lea Bromm

Befristete Zulassung erteilt

Bundesweit führt Erdmandelgras auf 300.000 ha Ackerfläche zu verheerenden Vertrags- und Bewirtschaftungsproblemen. Zwei Mittel sind kurzzeitig zugelassen.

Während die reguläre Herbizidbehandlung im Mais für diese Saison bereits abgeschlossen ist, stellt das invasive Ungras immer mehr Betriebe vor große Probleme mit Ertrag und Bewirtschaftung. Mit „MaisTer power“ steht nun nach Art. 53 der VO (EG 1107/2009) eine weitere Notfallmaßnahme für eine späte Bekämpfung zur Verfügung. 

Für die Anwendung im Rahmen der Notfallzulassung ist eine Unterblattspritzung mit geeigneter Anwendungstechnik vorgesehen, um das bereits hochgewachsene Erdmandelgras gezielt über das Blatt zu erfassen und gleichzeitig die Kulturpflanze zu schonen. Die Zulassung gilt vom 4. Mai 2026 bis zum 31. August 2026 für 120 Tage. Die zugelassene Menge beträgt 150.000 l, was einer Behandlung von etwa 100.000 ha entspricht.

Das Deutsche Maiskomitee e.V. (DMK) empfiehlt Landwirten dringend, bei einem Befall von den aktuellen Notfallzulassungen für „MaisTer power“ (BBCH 17 – 18) oder „Permit“ (BBCH 14 – 16) Gebrauch zu machen, um die Ausbreitung frühzeitig einzugrenzen.

Bekämpfung besonders schwierig
Das Erdmandelgras breitet sich in Maisbeständen seit Jahren rasant aus: Während im Jahr 2020 noch rund 20.000 ha betroffen waren, schätzen Experten die befallene Fläche 2025 bereits auf über 300.000 ha. Die Bekämpfung ist aufgrund der Biologie der Pflanze schwierig. Erdmandelgras vermehrt sich überwiegend vegetativ über unterirdische Rhizome und langlebige Erdmandeln, die im Boden über mehrere Jahre keimfähig bleiben und leicht verschleppt werden.

Maiszünsler profitiert vom warmen Mai 

Neben dem Unkrautmanagement rückt zudem der Schädlingsbefall in den Fokus: Mit den sommerlichen Temperaturen Ende Mai ist die Entwicklung des Maiszünslers rasch vorangeschritten, wie das DMK berichtet. Die aktuellen Beobachtungen der Saison 2026 zeigen eine frühe Schädlingsaktivität, insbesondere im südlichen Rheingraben, wo bereits ab dem 4. Mai die ersten Falter registriert wurden. Wie hoch der Schädlingsdruck in diesem Jahr ausfallen wird, bleibt schwer vorauszusagen. Die Kombination aus Wärme und einer leichten Bodenfeuchtigkeit sind jedoch optimale Bedingungen für eine erfolgreiche Vermehrung der Schädlinge.