Leguminosen binden Stickstoff im Boden und verringern dadurch den Bedarf an N-Dünger. Foto: Rentenbank

| Markus Wolf

Biolandbau Teil der Lösung

Vor dem Hintergrund hoher Energiepreise sieht Bioland in mehr Ökolandbau eine Möglichkeit, den Bedarf an synthetischen Düngemitteln zu verringern. Mehr Bio für unabhängige und resiliente Kreislaufsysteme.

Mit Verweis auf die im Zuge des Irankriegs in die Höhe gesprungenen Preise für synthetischen Stickstoffdünger fordert Bioland eine Stärkung des Biolandbaus in Deutschland. Dadurch könne der Einsatz von Kunstdünger verringert und das Ernährungssystem insgesamt unabhängiger und resilienter aufgestellt werden. Die aktuelle Energiekrise führe eindrücklich vor Augen, wie verletzlich das globalisierte Ernährungssystem sei, so Bioland-Präsident Jan Plagge in einer Mitteilung. 

Bei der von Bioland geforderten Verringerung der Abhängigkeit fossilen Energien, vor allem Erdgas, gehe es nicht um ideologische Weltverbesserung sondern um Ernährungssouveränität: “Wir brauchen mehr resiliente Kreislaufsysteme, um zu gewährleisten, dass genug gesundes Essen auf den Tisch kommt.”

Leguminosen statt Erdgas

Statt auf energieintensiv erzeugten Kunstdünger, für den hohe Mengen importierter fossiler Energie notwendig seien, setzten nachhaltige Landwirtschaftssysteme wie der Ökolandbau auf Leguminosen wie Ackerbohnen, Erbsen und Klee. Diese binden mithilfe von Knöllchenbakterien Stickstoff direkt aus der Luft und stellen ihn dem Boden als Dünger zur Verfügung. Dadurch sinke der Gesamtbedarf an fossiler Energie auf Biobetrieben deutlich, ist sich Bioland sicher. 

Politik soll liefern

Bioland sieht die Politik in der Pflicht und fordert Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer dazu auf, “die deutsche Bio-Strategie auf solide Füße stellen, anstatt sie nach 25 Jahren abzuwickeln.” Nachhaltige landwirtschaftliche Systeme wie der Ökolandbau müssten in der EU-Agrarpolitik angemessen berücksichtigt werden. Auch in der Wiederherstellungsverordnung und dem neuen Düngerecht solle der Ökolandbau entsprechend berücksichtigt werden, fordert Bioland.