Landwirte zeigen an zahlreichen Autobahnausfahrten ihren Ärger. Foto: Bauernverband Brandenburg

| Charlotte Lea Bromm

Blockaden gegen Mercosur

Landwirte demonstrieren seit dem frühen Morgen an zahlreichen Autobahnausfahrten in MV und Brandenburg. Die Aktionen verliefen weitgehend ruhig.

Der ZEIT zufolge haben Landwirte in Mecklenburg-Vorpommern an mehreren Autobahn-Anschlussstellen unter anderem gegen das geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und den südamerikanischen Mercosur-Staaten protestiert. Der Bauernverband Brandenburg sprach von rund 120 teilnehmenden Landwirten. Versammlungen waren an insgesamt 32 Auffahrten der Autobahnen A11, A14, A19, A20 und A24 geplant. Geplante Blockaden an den A11-Auffahrten Pfingstberg und Gramzow wurden laut Polizei hingegen abgesagt. Zu Verkehrsbehinderungen kam es nach Angaben der Polizeipräsidien Rostock und Neubrandenburg zunächst nicht.

Wie der Tagesspiegel berichtet, gab es in Brandenburg teilweise Proteste an Auffahrten, die nicht angemeldet wurden. Die Polizei habe diese Versammlungen eigenen Angaben zufolge aufgelöst. Auch der Sprecher des Bauernbunds Brandenburg, Reinhard Jung, sagte, dass sich mehrere Menschen ohne vorherige Absprache der Aktion angeschlossen hätten, wie topagrar berichtet. Die Polizei ist nach Angaben der Pressestelle mit 300 Polizistinnen und Polizisten zur Verkehrssicherung im Einsatz. Es würden weniger Menschen an den Versammlungen teilnehmen, als zuvor bei der Polizei angemeldet, sagte ein Sprecher.

Zu den Protesten aufgerufen hatten der Verband Land-schafft-Verbindung und der Verband der Freien Bauern. Neben steigenden Kosten und sinkenden Preisen steht das Mercosur-Abkommen im Mittelpunkt der Proteste. Dieses könnte am kommenden Montag, 12. Januar, in Paraguay unterschrieben werden. Mit Zugeständnissen - bei Düngepreisen, Umweltstandards und gleichen Bedingungen für Importprodukte - sicherte sich die EU-Kommission die Zustimmung von Italien, das den Abschluss im vergangenen Dezember vorerst blockiert hatte.