Mit den Zusatzzöllen in Höhe von 55 Prozent auf Rindfleischimporte will die Staatsregierung die eigene Rindfleischwirtschaft schützen, wie Agra Europe (AgE) berichtet. Eine nun abgeschlossene Untersuchung habe gezeigt, dass diese in den zurückliegenden Monaten unter gestiegenen Importen gelitten habe, so die offizielle Begründung Chinas.
Wie das dortige Handelsministerium zum Jahreswechsel weiter mitteilte, betrifft die auf drei Jahre bis Ende 2028 befristete Regelung alle Länder, mit Ausnahme einiger Entwicklungsländer. Die aufgeführten Staaten dürfen in 2026 zusammen knapp 2,7 Mio. t Rindfleisch zum üblichen Zollsatz in die Volksrepublik liefern. Für darüber hinausgehende Mengen wird dem Ministerium zufolge der Zusatzzoll erhoben.
Brasilien wichtigster Lieferant
Die Neuregelung dürfte wichtige Lieferländer durchaus hart treffen, so AgE. Beispielsweise wurde für Brasilien ein Lieferkontingent von 1,1 Mio. Tonnen festgelegt. Für das Gesamtjahr 2024 weist der Verband der brasilianischen Rindfleischexporteure (ABIEC) eine Liefermenge von 1,3 Mio. t aus, in den ersten elf Monaten 2025 waren es sogar 1,5 Mio. t.
China ist der weltweit größte Käufer von Rindfleisch am Weltmarkt. In den vergangenen Jahren stiegen die Lieferungen nach China (inklusive Hongkong) stetig an. Seit 2020 schlägt laut der globalen Handelsstatistik des US-Agrarministeriums ein Plus von 0,7 auf fast 4 Mio. t zu Buche. Auf Platz 2 der größten Käufer folgen die USA mit zuletzt 2,4 Mio. t; das auf Rang 3 platzierte Japan kaufte 2025 etwa 680.000 t Rindfleisch hinzu.
