Die Produktion von Harnstoff im Nahen Osten ist wegen des Krieges eingeschränkt. Foto: Thyssen

| Steffen Bach

China exportiert Harnstoff

Die Regierung in Peking erhebt eine Exportsteuer. Importe sind hochpreisig.

China hat Exportquoten für Harnstoffdünger erlassen, wie Kaak Terminhandel unter Bezug auf die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Im März 2026 hatte China die Ausfuhr gesperrt, um die heimischen Landwirte vor Preisanstiegen durch die Blockade der Straße von Hormus zu schützen. Diese ist seit Beginn des Krieges zwischen den USA und Iran Ende März 2026 für die Schifffahrt quasi gesperrt. Branchenquellen nennen für die chinesische Exportquote ein Volumen von rund 1,5 Mio. t, das von der chinesischen Regierung allerdings bisher nicht bestätigt wurde. 2025 exportierte China fast 5 Mio. t Harnstoff und damit knapp 10 Prozent der weltweiten Exporte.

Die nun erfolgte Vergabe von Quoten für den Export von Harnstoff könnte ein Zeichen dafür sein, dass die Behörden ausreichende inländische Vorräte sehen. Zwei chinesische Produzenten und ein indischer Importeur bestätigten entsprechende Mitteilungen, ohne Details zu nennen.

Indien fehlen große Mengen

Besonders Indien dürfte die Quoten begrüßen, da es im Vorjahr über 40 Prozent seiner Harnstoffmengen und Diammoniumphosphat (DAP) aus dem Nahen Osten bezog. Derzeit sind die Lieferungen durch die Sperre des Schiffsverkehrs zusammengebrochen. In Deutschland sind nach Informationen von agrarticker.de die Importe von Harnstoff hochpreisig aufgerufen. Im Inland hat granulierter Harnstoff im Mai noch einmal um 25 auf 730 /t frei Hof angezogen. Mit Ureaseinhibitor kostet Harnstoff 760 €/t frei Hof.