Zu Beginn der verkürzten Arbeitswoche fließen die disponierten Schlachtschweine mit regionalen Unterschieden mehr oder weniger zügig ab. Der Bedarf an zusätzlichen Partien ist erwartungsgemäß begrenzt, wie das Auktionsergebnis der Internet Schweinebörse am heutigen Donnerstag (28. Mai) zeigt. Die weitere Preisentwicklung dürfte nach Einschätzung der Interessengemeinschaft der Schweinehalter (ISN) in Damme stabil bleiben.
Schweinefleisch kann sich bei 1,60 €/t halten
Auf dem Ferkelmarkt drängen ausländische Partien in den Markt und setzen die Preise unter Druck. Diese können sich jedoch behaupten. Der Vereinigungspreis der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) für Ferkel notiert unverändert bei 52 €/Stück. Durch die fehlenden Schlachttage steigt das Angebot an Schweinefleisch. Die Nachfrage entwickelt sich normal bis leicht belebt. Die Preise können sich auf dem Niveau der Vorwoche in Höhe von 1,60 €/kg Schlachtgewicht (SG) behaupten. Schlachtsauen notieren am 27. Mai bei 0,73 €/kg SG.
Die Lage auf dem europäischen Schweinemarkt zeigt sich in der laufenden Schlachtwoche überwiegend ausgeglichen und ohne grundlegende Veränderungen. Die Notierungen bewegen sich weiter seitwärts. Ausnahmen bilden die spanische Notierung mit einem leichten Plus und die italienische Notierung mit einem leichten Rückgang. Schlachtreife Schweine ließen sich im Vorfeld des Pfingstwochenendes in den verschiedenen EU-Ländern insgesamt stetig absetzen. Die Mengen waren ausreichend für den Bedarf der Schlachtunternehmen. In einigen EU-Ländern fehlte am gestrigen Pfingstmontag feiertagsbedingt ein Schlachttag.
Der europäische Fleischmarkt, der in diesem Frühjahr hinter den Erwartungen blieb, zeigt sich unverändert ausreichend versorgt. Das Sommerwetter an Pfingsten dürfte in vielen Ländern die erhofften Nachfrageimpulse geliefert haben und Bewegung in den Fleischhandel bringen.
Spanische Kurse leicht angehoben
Nach zähen Verhandlungen und uneinheitlichen Markteinschätzungen wurde die spanische Notierung um einen Cent angehoben, nachdem sich die Notierung zuvor sieben Wochen lang seitwärts bewegt hatte. Aufgrund fallender Schlachtgewichte setzten sich die Erzeuger schließlich in der Auffassung des beginnenden saisonalen Angebotsrückgangs durch. Gleichzeitig hält die Nachfrage der Schlachtunternehmen an.
Die Notierungen in Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und Österreich stabilisieren sich bei insgesamt ausgeglichener Marktlage trotz feiertagsbedingter Verschiebungen erneut auf dem bestehenden Niveau. In Deutschland bestehen regionale Unterschiede in der Vermarkung der schlachtreifen Schweine. Überwiegend hätten sich die Preise für Teilstücke stabilisiert, zudem bestehe die Aussicht auf Verbesserungen, sobald die Grillsaison in Fahrt kommt.
Das dänische Schlachtunternehmen Danish Crown verweist auf ein umfangreiches Angebot an Ware mit Knochen. Auch die Wettbewerbssituation auf einigen asiatischen Märkten habe sich verschärft. Die Afrikanische Schweinepest in Europa begrenzt das Exportgeschäft. Die dänische Notierung behält weiter die rote Laterne im europäischen Preisgefüge.
Italien auf einem erstaunlich hohen Niveau
Leicht über dem dänischen Notierungsniveau befindet sich die unveränderte niederländische Notierung. Die spanische Notierung führt das Ranking der fünf größten Schweine haltenden EU-Länder an. Der italienische Markt gibt, ausgehend von einem vergleichsweise hohen Preisniveau, leicht nach, wobei sich der Abwärtstrend verlangsamt, heißt es bei der ISN.
