Für den Zeitraum von Anfang September bis Mitte Dezember 2025 weist die Exportstatistik des US-Agrarministeriums (USDA) bereits vollzogene Ausfuhren von 14,3 Mio. t aus. Gegenüber dem Vergleichswert des Vorjahres sind das 47 Prozent weniger.
China macht den Unterschied
Dabei fällt das saisonale Vermarktungshoch normalerweise in die Monate Oktober und November, wenn die US-Ware preislich wettbewerbsfähig ist zu den südamerikanischen Herkünften. Für das dazugehörige 1. Quartal 2025/26 (Anfang September bis Ende November), bilanziert das USDA mit Exporten von 12,3 Mio. t übrigens den niedrigsten Wert seit der Saison 2011/12.
Der Grund für diese Entwicklung ist leicht gefunden: China kauft Sojabohnen noch immer nur sehr spärlich in den USA zu. Verschifften die US-Anbieter von Anfang September bis Mitte Dezember 2024 noch 15,3 Mio. t Sojabohnen ins Reich der Mitte, kamen im gleichen Zeitraum 2025 kümmerliche 660.000 t zusammen.
Niedrige Exporterwartungen für den Rest des Jahres 2025/26
Auch für das Gesamtjahr sieht es bislang nicht nach einer Aufholrallye der chinesischen Käufer aus. Zwar haben die US-Anbieter (Stand 18. Dezember) zusätzlich 12,5 Mio. t noch nicht ausgeführte Sojaverschiffungen in den Büchern stehen, von denen 5,3 (Vorjahr: 2,9) Mio. t China zum Ziel haben. Unter dem Strich liegen die 2025/26 bereits ausgeführten und in Erwartung stehenden Verkäufe mit 27 Mio. t aber gut ein Drittel (13 Mio. t) hinter dem Vorjahreswert zurück.
Das USDA geht in seiner aktuellen Sojabilanz für das eigenen Land davon aus, dass diese Lücke bis zum Jahresende auf 6 Mio. t schrumpfen wird. Um das zu realisieren, müssten die USA in den verbleibenden 36 Wochen der Vermarktungssaison 2025/26 jede Woche 840.000 (Vorjahr 680.000) t Sojabohnen ausführen. Das kann klappen, aber dafür müsste China sein Versprechen wahr machen, und 2025 mindestens 25 Mio. t Sojabohnen in den USA kaufen. Ob Peking das tut, ist völlig offen. Vor allem für den Fall, dass Brasilien die aktuell in Aussicht stehende Rekordernte von 175 bis 180 Mio. t Sojabohnen einfährt, und entsprechend günstig Sojabohnen anbieten kann.
