Der Brentöl-Frontkontrakt für August 2026 legte am Montag (4. Mai) um fast 6,30 US-$/Barrel zu und markierte bei Handelsende mit 114,44 US-$/Barrel (159 Liter) ein Kontrakthoch. Seit dem kurzen Preistief Mitte April verteuerte sich das Nordseeöl damit um 28 US-$/Barrel. Gegenüber Ende Februar, also kurz vor Beginn des Irankriegs, beträgt der Preisanstieg sogar 44 US-$/Barrel.
USA blockieren iranische Schiffe
Ursache des jüngsten Preissprungs sind Berichte, wonach Iran einen Frachter in der Straße von Hormus mit Raketen beschossen und eine Drohnenattacke auf eine Ölanlage in den Vereinigten Arabischen Emiraten durchgeführt habe. Dazu kommt die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, die Straße von Hormus für iranische Schiffe weiter geschlossen zu halten.
Zuvor berichtete das US-Militär, man habe während einer Geleitschutzmission für zwei unter US-Flagge fahrende Schiffe in der Straße von Hormus neben Drohnen auch Angriffe durch kleine bewaffnete Boote abgewehrt.
Dieselpreise im Aufwind
All das ist Gift für die Rohölpreise und verschärft die zunehmend kritische Situation an den weltweiten Energiemärkten. Das macht sich auch an den Tankstellen bemerkbar. So kostete Dieselkraftstoff nach Angaben des ADAC am Sonntag (3. Mai) durchschnittlich 2,10 €/Liter. Das sind 2 Cent/Liter mehr als am 1. Mai, als der von der Bundesregierung beschlossene Tankrabatt in Kraft trat. Von den rechnerisch gut 17 Cent/Liter Reduktion kamen gut 9 Cent/Liter an den Zapfsäulen an, mittlerweile ist der fossile Kraftstoff nur noch 6 Cent/Liter billiger als vor Inkrafttreten des Tankrabatts. Im Wochenvergleich gab Diesel gemäß den Berechnungen des ADAC um etwa 9 Cent/Liter nach.
Raps profitiert
Die Rapspreise steigen unter dem Einfluss des Rohöls weiter an. Am Pariser Terminmarkt kletterte die neue Ernte zur Lieferung im August am Montag (4. Mai) um 7,25 €/t auf ein neues Kontrakthoch von 528 €/t. Gegenüber Ende Februar sind das fast 60 €/t mehr. Dabei sprechen die Ernteaussichten gegen so hohe Rapspreise. Erst Ende voriger Woche hatte die EU-Kommission ihre Prognose für die gemeinschaftsweite Rapsernte 2026 zum Vormonat um 900.000 t auf 20,8 (Vorjahr: 20,2) Mio. t angehoben. Hintergrund sind besser eingestufte Ertragsperspektiven. Der mittlere Hektarertrag legt zur März-Prognose um 4 Prozent auf 3,35 t/ha zu und liegt damit nur geringfügig über dem Vorjahresergebnis.
