Nach vorläufigen Zahlen zum Agrarexport des Jahres 2025 und ihrer ersten Hochrechnung für das Jahr 2025 erwartet die German Export Association for Food and Agriproducts (GEFA) einen Höchstand von 105,2 Mrd. € im Exporthandel mit Agrar- und Ernährungsprodukten. Die Ausfuhrmengen in die EU und in Drittländer sind dagegen gesunken, während das Handelsbilanzdefizit in den ersten zehn Monaten des Jahres 2025 um gut 38 Prozent auf 25,4 Mrd. € im Vergleich zum Vorjahr angestiegen ist: Den deutschen Einfuhren zum Oktober 2025 in Höhe von 112,9 Mrd. € (plus 12 Prozent) standen Exporte von 87,5 Mrd. € (plus 6 Prozent) gegenüber.
Damit kann die deutsche Branche voraussichtlich ihren Platz als viertgrößter Exporteur von Agrarprodukten der Welt behaupten. Gleichzeitig wird erwartet, dass sie hinter den USA und vor China erneut zum weltweit zweitgrößten Importeur aufsteigt.
EU-Exporte sind rückläufig
2025 konnten deutsche Ausfuhren in die EU die teilweise sehr deutlichen Rückgänge in wichtigen Exportzielmärkten nicht ausgleichen: So verzeichnen die mengenmäßigen Agrarexporte in die EU zum Oktober des Vorjahres ein Minus von 2 Prozent, während die gesamten Ausfuhren um 4,4 Prozent gesunken sind. Von starken Rückgängen betroffen sind die Ausfuhren in die Niederlande (minus 8,5 Prozent), nach China (minus 10,2 Prozent), in das Vereinigte Königreich (minus 21,9 Prozent) und in die USA (minus 28,7 Prozent).
„Das weiter steigende Handelsbilanzdefizit macht uns erheblich Sorgen. Wir brauchen entschlossene Schritte der Exportunterstützung unserer Exporteure. Marktöffnung und die Rücknahme ungerechtfertigter Handelsbeschränkungen müssen dabei im Fokus stehen“, so Paul Berghuis, stellvertretender Sprecher der GEFA, mit Blick auf die kürzlich von China erlassenen Strafzölle auf Fleischerzeugnisse und Molkereiprodukte.
