Mit einem Anstieg der Pflanzenölimporte Indiens um 2,5 Prozent auf 16,9 Mio. t rechnet die US-Agrarattachée in Neu Delhi für die neue Saison 2026/27. Nach den Rekordkäufen des Jahren 2022/23 (17,1 Mio. t) waren die Lieferungen auf unter 16 Mio. t eingebrochen, seitdem befinden sie sich wieder im Aufwind.
Im Jahresvergleich rechnet die US-Marktbeobachterin damit, dass die Palmölkäufe um 0,3 auf 9 Mio. t und die Sojaöleinfuhren um 0,1 auf 5,6 Mio. t zulegen. Für Sonnenblumenöl rechnet sie mit unveränderten Zukäufen im Bereich von 2,2 Mio. t. Beim Rapsöl ist Indien Selbstversorger. Vom Verbrauch in Höhe von gut 4,2 Mio. t dürften in der neuen Saison nur etwa 60.000 t aus dem Ausland stammen. Um den Import zu stützen und die Verbraucherpreise im Zaum zu halten, senkte Indien im vergangenen Jahr die Importsteuer auf Speiseöle von 27,5 auf 16,5 Prozent. Die Ausnahmeregelung gilt vorerst bis Ende 2026
Sojaölproduktion schrumpft
Am indischen Binnenmarkt wird die Produktion von Sojaöl 2026/27 voraussichtlich um 2 Prozent auf 1,7 Mio. t sinken. Die US-Beobachterin vor Ort verweist dabei auf das sinkende Rohstoffangebot der Ölmühlen im Inland. Die Produktion von Rapsöl dürfte hingegen um 2 Prozent auf 4,2 Mio. t zunehmen, unterstützt durch den Einsatz ertragreicher Sorten und eine verbesserte Schotenentwicklung. Die Produktion von Palm- und Sonnenblumenöl dürfte mit gut 305.000 t beziehungsweise 36.000 stabil bleiben, da Initiativen zum Ausbau des Palmölanbaus erst nach 2028 nennenswerte Ergebnisse erwarten lassen.
Indien ist in hohem Maße auf Pflanzenölimporte angewiesen. Die eigene Erzeugung schwankte in den vergangenen fünf Jahren zwischen 8,7 und 9,4 Mio. t. Gleichzeitig wuchs der Verbrauch im Inland von fast 23 auf 26 Mio. t. Der Selbstversorgungsgrad sank seit 2022/23 von 39 auf zuletzt 36 Prozent.
