Diesel ist in Deutschland so teuer wie noch nie. Foto: Archiv

| Markus Wolf

Dieselpreise auf Rekordhoch

Der Rohölmarkt ist unverändert von hohen Preisschwankungen geprägt: Seit etwa drei Wochen verändert sich der Kurs im Tagesverlauf um etwa 3 bis 4 Prozent.

Bei allen Kursschwankungen seit Mitte März hat sich eins nicht geändert: der Ölpreis tendiert weiter aufwärts. Im März ging es 31 US-$ nach oben – ein Plus von 44 Prozent. Und in der ersten Aprilwoche legte Rohöl nachmals zu. Bis Dienstag (7. April) kletterte der Preis um weitere 4 auf mittlerweile 111 US-$/Fass.

Die Gründe für den Höhenflug haben sich ebenfalls nicht verändert und seien hier nur stichwortartig genannt: die blockierte Straße von Hormus, der Beschuss von Erdöl- und Erdgasanlagen im Nahen Osten, die Sorge vor einer weiteren Eskalation des Irankrieges. Eine Entspannung kann es erst dann geben, wenn die Straße von Hormus wieder ohne Gefahr eines Raketenbeschusses für alle Fahrzeuge möglich ist. Aktuell lässt Iran nur ausgewählte Schiffe passieren.

Doch selbst wenn die von Iran kontrollierte Verkehrsader heute wieder schiffbar wäre, würde es Wochen dauern, bis der Rückstau durch die im Persischen Golf festsitzenden mehr als 3.000 Frachter abgebaut wäre. Dazu kommt, dass zerstörte Produktionsanlagen in gleich mehreren Ländern des Nahen Ostens die Öl- und Erdgasproduktion längerfristig beeinträchtigen werden.

Politik sorgt für rekordhohe Dieselpreise
An den drei Tagen nach Einführung des Österreich-Modells zum 1. April hat der Dieselpreis in Deutschland im Tagesdurchschnitt jeweils ein neues Allzeithoch erreicht. Am Ostersonntag (5. April) kostete ein Liter Diesel laut ADAC im bundesweiten Durchschnitt 2,44 €. Der aus dem März 2022 stammende, bisherige Rekordwert wurde damit um 11,5 Ct übertroffen. Auch Super E10 verteuerte sich weiter und erreichte mit 2,19 € je Liter einen Jahreshöchstwert. Zum bisherigen Rekordpreis fehlt nur noch gut 1 Ct.
Seit 1. April dürfen die Kraftstoffkonzerne in Deutschland nur noch einmal am Tag um 12 Uhr die Kraftstoffpreise an den Tankstellen anheben. Schon im Vorfeld hatte unter anderem der ADAC davor gewarnt, dass in Zeiten großer Unsicherheit die Preisschläge höher ausfällen werden, um das damit einhergehende Risiko einzupreisen.