Die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht sowie Nachtfröste im April haben das Pflanzenwachstum auf den Feldern in Mecklenburg-Vorpommern sichtbar gebremst. Mit den steigenden Temperaturen hat es in den vergangenen Tagen einen Wachstumsschub gegeben.
Nach den Worten von Agrarminister Till Backhaus (SPD) weisen die leichten, sandigen Standorte im Süden und im Nordosten geringere Bodenfeuchtegehalte auf. “Hier ist der Oberboden nahezu ausgetrocknet, teilweise bis in 30 cm Tiefe. Dennoch entspricht die derzeitige Vegetationsentwicklung dem langjährigen Mittel”, sagte Backhaus.
Getreide in der Streckungsphase
Beim Wintergetreide befinden sich die Bestände derzeit in der Steckungsphase. Spätsaaten sind in der Entwicklung noch deutlich im Rückstand. Aufgrund der bisherigen Witterung sind die Bestände überwiegend gesund. Bei trockenem sowie sonnigem Wetter ist vor allem bei der organischen Düngung aktuell mit einem erhöhten Risiko für Ammoniakverluste zu rechnen.
Anstieg der Raps-Anbaufläche
Der Winterraps steht bereits in der Blüte. Die Bestände sind gesund, jedoch sind auf leichten Sandstandorten bereits Anzeichen von Trockenheit erkennbar. Bedingt durch die wärmere Wetterlage ist mit einem erhöhten Insektenzuflug zu rechnen. Die Gelbschalen müssen intensiver kontrolliert werden. Mit rund 193.000 ha Winterraps ist Mecklenburg-Vorpommern erneut Spitzenreiter beim Rapsanabau in Deutschland. Etwa 18 Prozent der Ackerfläche im Land werden mit Raps bestellt. Für die Ernte 2026 haben Betriebe deutschlandweit etwa 1,12 Mio. ha Winterraps bestellt. Dies entspricht einem Anstieg gegenüber dem Vorjahr von plus 3,5 Prozent, teilt der Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern mit.
Für die Sojaaussaat ist es weiterhin zu kühl. Das Sommergetreide befindet sich, je nach Saattermin, in der Blattentwicklung bis Bestockung. Erbsen und Ackerbohnen sind ebenfalls in der Blattentwicklung. Bisher gab es ein geringes Auftreten von Blattrandkäfern. Die Lupinen laufen auf. Die Maisaussaat läuft auf Hochtouren. Bei den Kartoffeln läuft derzeit die Pflanzung.
Durchschnittlicher erster Grünlandschnitt
Die Pflege und Düngung sind nun auch im Niedermoor abgeschlossen. Ausnahme sind einige wenige tiefer liegende und stark vernässte Teilflächen. Aufgrund der niedrigen Temperaturen in der Nacht ist das Massewachstum sehr verhalten. Besonders auf den Niedermoorflächen ist kaum Zuwachs zu verzeichnen. Die Niederschläge der vergangenen Woche brachten in Teilen Mecklenburg-Vorpommerns Entlastung, im Osten und Nordosten jedoch nicht. Auf Weiden mit sehr zeitigem Austrieb im April gibt es kein nennenswertes Massenwachstum.
Beim Feldfutter (Gräser und Luzerne) gab es in den vergangenen Tagen gute Massezuwächse. Es ist zeitnah mit einem durchschnittlichen ersten Schnitt zu rechnen. Erste Ackerfutterflächen mit Futterroggen und frühen Weidelgräsern wurden bereits geerntet. Die Erträge fielen dabei unterdurchschnittlich aus.
