Die Folgen des Irankriegs für die Energie- und Düngermärkte schlagen auf den Rapsanbau Down Under durch. Kurz vor Beginn der Aussaat haben sich die Dieselpreise verdoppelt und Dieselimporte aus dem Nahen Osten kommen nur verzögert in Australien an. Auch die Kosten für Stickstoffdünger legten innerhalb kurzer Zeit um den Faktor 2 zu. Das berichtet der US-Agrarattachée in Canberra. Zwar sei noch eine angemessene Menge an Dünger zur Aussaat der australischen Winterkulturen (zu denen Raps zählt) vorhanden. Doch bezüglich der während der Wachstumsphase verfügbaren Mengen bestehe erhebliche Unsicherheit.
Der US-Analyst verweist auf die Möglichkeit von Anbauverschiebungen: weg von N-intensiven Kulturen wie Raps und hin zu weniger anspruchsvollen Ackerfrüchten wie Leguminosen oder Gerste. Je länger der Irankrieg mit all seinen Folgen für die Energie- und Düngermärkte anhalte, desto ausgeprägter seien die negativen Folgen für den Raps.
Ertragswirkung hoher Düngerkosten
Aktuell rechnet der Marktbeobachter damit, dass die Rapsaussaat 2026 im Jahresvergleich um 6 Prozent auf 3,5 Mio. ha sinkt. Bei den prognostizierten Erträgen schlägt ebenfalls ein hohe Minus 13 Prozent zu Buche, das den erwarteten Mittelwert auf knapp unter 1,8 (Vorjahr: 2,07) t/ha drückt. Die Daraus abgeleitete Erntemenge liegt bei 6,2 (Vorjahr: 7,7) Mio. t – und damit weit unter den 7 Mio. t, die das australische Agrarressort (DAFF) zu Beginn des Irankriegs Anfang März schätzte. Der US-Beobachter sieht Australiens Exportpotential 2026/27 bei 4,7 (Vorjahr: 5,6) Mio. t, das DAFF setzte Anfang März 5,1 Mio. t an.
Großlieferant der EU
Die EU kaufte in der aktuellen Saison 2025/26 bisher rund 1 Mio. t Raps aus Australien zu. An den Gesamtimporten kommt Australien damit auf einen Anteil von 28 Prozent. Bis zum Saisonende wird Down Under die Ukraine (bisher 1,4 Mio. t) als wchtigste Herkuft für Importraps überholen. In den vergangenen drei Wirtschaftsjahren kauften die Mitgliedsländer zwischen 2 und 3,7 (Durchschnitt: 3) Mio. t Raps aus Australien zu. Das entsprach einer durchschnttlichen Marktbedeutung von 44 Prozent.
