Die EU-Rapsernte 2026 fällt nach Meinung der EU-Kommission etwas kleiner aus als im Vorjahr. Foto: Laurent - stock.adobe.com

| Markus Wolf

EU-Ernte knapp unter Vorjahr

Obwohl die Landwirte in der EU mehr Raps angebaut haben, dürfte die Ernte 2026 etwas kleiner ausfallen als in der vorigen Saison. Die Erzeugung deckt nur etwa 80 Prozent des Verbrauchs.

Auf 19,9 (Vorjahr: 20,1) Mio. t prognostiziert die EU-Kommission die Rapsernte in der EU 2026. In ihrem ersten Ausblick auf die neue Saison unterstellt sie zwar ein Flächenplus von 2 Prozent auf fast 6,2 Mio. ha. Das kommt aber nicht zum Tragen, weil der mittlere Hektarertrag mit gut 3,2 t etwa 3 Prozent (0,1 t) unter Vorjahr geschätzt wird. 

Natürlich ist das nur ein Blick in die Glaskugel, am Ende steht aber ein erster Richtwert für das Rapsaufkommen aus der Ernte 2026, an den der Markt in den kommenden Monaten anknüpfen kann. Und damit ist klar, dass das Potential für eine überdurchschnittliche Ernte erneut gegeben ist, denn der Fünfjahresschnitt liegt bei 18,8 Mio. t. 

Importbedarf steigt deutlich

Für Deutschland liegt die Ernteprognose bei 4,25 (Vorjahr: 4) Mio. t, für Frankreich bei 4,5 (4,6) Mio. t, für Polen bei 3,9 (3,6) Mio. t und für Rumänien bei 2,25 (2,5) Mio. t. Zusammen kommen diese vier Länder auf einen Anteil an der EU-Rapserzeugung von 75 Prozent. 

Für den Rapsverbrauch in der EU 20256/27 unterstellen die Brüsseler Analysten 25,4 (Vorjahr: 25,0) Mio. t. Zusammen mit den in etwa auf Vorjahresniveau geschätzten Rapsexporten (0,5 Mio. t) leitet sich daraus ein Importbedarf von satten 5,9 Mio. t ab (für 2025/26 liegt die Erwartung bei 5,5 Mio. t). 
 

Am Terminmarkt in Paris hat die neue Ernte am Montag (30. März) die Marke von 500 €/t überschritten. Der neuerntige Rapskontakt für August 2026 beendete den gestrigen Handelstag mit einem Plus von 6 €/t und einem Schlusskurs von 501 €/t. Auch am Dienstag (31. März) hielt sich die Notierung über der psychologisch bedeutsamen Marke und legte bis zum späten Nachmittag um 16:30 Uhr noch einmal leicht zu auf 502,50 €/t.