Malaysia exportiert 80 Prozent seiner Palmölproduktion. Foto: photomagically - stock.adobe.com

| Markus Wolf

Exporte bleiben Malaysias Kerngeschäft

Die Palmölproduktion des weltweit zweitgrößten Anbieters in der Saison 2025/26 liegt im Bereich der beiden Vorjahre. Der Export ist die dominierende Verwendung, die EU kauft immer weniger.

Malaysias Palmölsektor hat bis auf weiteres seine Grenzen erreicht. Das legt eine aktuelle Prognose der US-Agrarattachée in Kuala Lumpur nahe. Demnach dürfte sich die dortige Palmölerzeugung für die im Oktober gestartete Saison 2025/26 mit 19,5 Mio. t das dritte Jahr in Folge zwischen 19,4 und 19,7 Mio. t bewegen.

Der Verbrauch am Binnenmarkt stagniert demnach ebenfalls seit drei Jahren, und zwar bei gut 3,6 Mio. t. Die zuletzt zwischen 15,9 und 16,6 Mio. t schwankenden Exporte (von denen zuletzt noch etwa 0,7 Mio. t in die EU gingen) ziehen die zum Saisonwechsel gemessenen Vorräte mal nach oben, mal nach unten – der Korridor liegt hier zwischen 2,0 und 2,4 Mio. t.

Dem unterstellten leichten Produktionsanstieg 2025/26 liegt die Annahme normaler Wetterbedingungen und fortgesetzter staatlicher Unterstützung des Sektors zugrunde. Anreize für die Neubepflanzung und die schrittweise Einführung von Mechanisierungsprogrammen dürften Plantagen und Kleinbauern dabei helfen, Produktivität und Erträge zu steigern.

Arbeitskräftemangel und neuer Nachhaltigkeitsstandard

Der seit der Corona-Pandemie zu beobachtende Arbeitskräftemangel hat zu Ernteverlusten durch nicht geerntete Flächen und sinkenden Hektarerträgen geführt. Um dieses Problem anzugehen, hat die Regierung ihre Bemühungen zur Sicherung ausländischer Arbeitskräfte verstärkt.

Der aktualisierte Standard für Nachhaltiges Palmöl aus Malaysia (MSPO 2.0) setzt höhere Vorgaben in Sachen Umweltschutz, Arbeitsrechte und Nachverfolgbarkeit. Im Gegensatz zur Vorgängerversion liegt der Fokus nicht mehr nur auf den Plantagen und Ölmühlen. Nun werden auf andere Verarbeiter und Händler einbezogen. Mit MSPO 2.0 reagiert Malaysia unter anderem auf die steigenden Vorgaben der großen Palmölnachfrager, darunter die EU mit ihrer EU-Entwaldungsverordnung (EUDR).

 

Hohe Exportquote als Herausforderung
Beim Vergleich mit der Entwicklung beim großen Wettbewerber Indonesien fällt auf, dass Malaysia über die Jahre unverändert mehr als 80 Prozent seiner Palmölproduktion ins Ausland verkauft, während Indonesien seine Abhängigkeit von Exporten in den vergangenen zehn Jahren stark verringerte (um etwa 20 Prozentpunkte auf zuletzt 51 Prozent). Möglich wurde das über ein strammes Förderprogramm der indonesischen Regierung, die als größten Hebel die landesweite Beimischungsvorgabe für Biodiesel stetig anhob.
Aktueller Standard ist dort B40, eine weitere Anhebung auf B45 und sogar B50 (nach 2026) steht im Raum. Auf diesem Weg verdreifachte der weltweit größte Palmölerzeuger den Anteil der “verspritteten” Palmölerzeugung im vergangenen Jahrzehnt auf ein Drittel. Dahinter steht ein Anstieg der im Biodiesel eingesetzten Palmölmenge von weniger als 4 auf zuletzt annähernd 15 Mio. t. Vor dem Hintergrund einer gleichfalls stark wachsenden Palmölproduktion führte das zwar nicht zu sinkenden Exportmengen, aber immerhin zu einer Stabilisierung bei zuletzt etwa 23 Mio. t.
Im Gegensatz dazu hinkt Malaysia weit hinterher. Aktuell gilt dort B10. Seit Februar 2025 läuft ein auf 18 Monate angesetztes Pilotprojekt zum Einsatz von B20 in Bodenfahrzeugen am Flughafen Kuala Lumpur.