2026 weiteten deutsche Landwirte die Anbaufläche für Sojabohnen gegenüber dem Vorjahr um knapp 21 Prozent auf 52.300 ha aus. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) ernteten sie 133.800 t Sojabohnen, was einem Plus von gut 3.000 t gegenüber 2025 entspricht. Diese höhere Produktion beruht auf der Flächenausdehnung. Die durchschnittlichen Erträge bleiben nämlich mit voraussichtlich 2,56 t/ha hinter dem Vorjahreswert von gut 3 t/ha zurück. Die Bohnen litten stark unter den Trockenperioden dieses Sommers.
Minus 20 Prozent in Baden-Württemberg
Während die Erntemenge in der wichtigsten Anbauregion Bayern um 2 Prozent auf 76.400 t stieg, dürfte die Ernte in Baden-Württemberg mit 18.000 t rund 23 Prozent unter dem Vorjahresniveau liegen. Landwirte in beiden Bundesländern dehnten die Anbaufläche gegenüber dem Vorjahr aus, sodass die Rückgänge ausschließlich auf die signifikant niedrigeren Erträge zurückzuführen sind. Ertragseinbußen zeichnen sich auch in Sachsen-Anhalt und Brandenburg ab. Nordrhein-Westfalen, Hessen, Thüringen und Niedersachsen melden dagegen höhere Erntemengen.
Punkten mit Gentechnikfreiheit
In Deutschland spielt der Sojaanbau nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft erst seit 2015 eine nennenswerte Rolle und hat seitdem stetig an Bedeutung gewonnen. Der damit wachsende Proteinmarkt verfügt laut der Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen (UFOP) über großes Potenzial, zumal mit Gentechnikfreiheit ein absatzbestimmendes Merkmal im Nahrungsmittelmarkt gegenüber Importen besteht. Die UFOP bewertet die Ausdehnung der Anbaufläche daher als Signal für ein zunehmendes Interesse der Landwirte, Körnerleguminosen in die Fruchtfolgen zu integrieren.
