In Kanda gibt es 2025/26 mehr als reichlich Raps. Foto: Sallenbuscher - stock.adobe.com

| Markus Wolf

Große Rapsernte schwer vermarktbar

Beim weltgrößten Rapsanbieter Kanada stockt das Exportgeschäft. Das große Rapsaufkommen belastet die Preise.

Exportierten die Kanadier von Anfang August bis Ende Dezember 2024 noch die Rekordmenge von 4,7 Mio. t Raps, fallen die Verkäufe im Jahr 2025 weit hinter diesen Wert zurück. Mit den in der kanadischen Handelsstatistik für den Dreimonatszeitraum ausgewiesenen 2,6 Mio. t bewegen sich die Ausfuhren etwa auf dem Niveau des Jahres 2023.

Deutlich höheres Rapsaufkommen …

Allerdings steht den Kanadiern in der aktuellen Saison 2025/26 etwa 1 Mio. t mehr Raps zur Verfügung als 2024/25, und sogar 2 Mio. t mehr als 2023/24. Das ist der überraschend hohen Ernte geschuldet, die auf vorläufig 21,8 (Vorjahre: 19,2 und 19,4) Mio. t taxiert wird. Das Ernteplus zum Vorjahr wird durch geschrumpfte Vorräte etwas ausgeglichen. Dennoch stehen 2025/26 unter dem Strich 23,5 (Vorjahre: 21,6 und 22,6) Mio. t Raps zur Verfügung.

… und steigende Vorräte 2025/26

Weil China kanadischen Raps aus politischen Gründen seit Monaten boykottiert, stapelt sich der Raps in den Lagern. Aktuell rechnet das kanadische Landwirtschaftsministerium nicht mit einer nennenswerten Entspannung der Beziehungen zu Kanada. Das macht sich in der Exportprognose für 2025/26 bemerkbar, die mit 8 Mio. t merklich unter dem Vorjahresergebnis von 9,3 Mio. t liegt. Die zum Saisonende (also Ende Juli 2026) erwarteten Reserven dürften sich auf 3 Mio. t verdoppeln. Daran ändert auch die – aufgrund steigender Verarbeitungskapazitäten – auf rekordhohe 12,5 (Vorjahr 11,7) Mio. t prognostizierte Rapsvermahlung im Inland nichts.

Preise unter Druck

Vor diesem Hintergrund haben die Rapspreise in der ersten Dezemberhälfte 2025 merklich nachgegeben (-10 Prozent auf umgerechnet 367 €/t). Seitdem haben sie sich etwas gefangen, zuletzt bewegten sie sich bei etwa 381 €/t.