Rapssaat wird zu Öl gepresst, der als Bestandteil von Kraftstoffen zum Einsatz kommt. Foto: agrarmotive - stock.adobe.com

| Charlotte Lea Bromm

Hoffnungsträger Raps

Die Ölsaatenernte ist in diesem Jahr regional unbefriedigend. Mit der wachsenden Nachfrage nach Biokraftstoffen steigen die Absatzchancen von Raps.

Ein Lichtblick in der diesjährigen durchwachsenen Ernte von Ölsaaten seien die zur Ernte auf 500 €/t gestiegenen Erzeugerpreise für Raps, die den Ertragsausfall zum Teil kompensieren konnten, betont Torsten Krawczyk, Vorsitzender der Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen (UFOP) anlässlich der diesjährigen Mitgliederversammlung des Verbandes.

Einschränkungen bei Dünge- und Pflanzenschutzmitteln und der zunehmend spürbare Klimawandel stellen den Ackerbau insgesamt jedoch vor zahlreiche Herausforderungen. Der Vorstand der UFOP appellierte daher eindrücklich an die Politik, Zulassungsverfahren für Pflanzenschutzmittel in Deutschland und der EU grundlegend zu reformieren. Außerdem fordert der Verband vom Bundeslandwirtschaftsministerium die Einberufung eines Runden Tisches zum Rapsanbau. Die Betriebe bräuchten im integrierten Pflanzenschutz einen breiteren Instrumentenkasten, andernfalls drohe eine Verlagerung des Anbaus in Drittstaaten mit deutlich geringeren Produktionsstandards, warnt der Vorstand.

Steigende Biokraftstoff-Nachfrage sichert Absatzchancen für heimischen Raps

Im Hinblick auf die notwendige Dekarbonisierung im Fahrzeugtank der Bestandsflotte rückt eine starke heimische Verarbeitung von Raps zur Kraftstoffherstellung in den Fokus. Deutsche Mühlen könnten laut UFOP etwa 10 Mio. t Rapssaat verarbeiten. Die Biodiesel-Produktionskapazität liege bei 4,2 Mio. t. Um den CO₂-Ausstoß im Verkehrssektor weiter zu senken, fordert der Verband außerdem einen verstärkten Einsatz von Biodiesel als Reinkraftstoff und die bundesweite Einführung von Diesel, dem bis zu 10 Prozent Biodiesel beigemischt wird (B10). Angepasste Regelungen und eine Erhöhung der Grenze für Biokraftstoffe aus Anbaubiomasse von 4,4 Prozent auf 5,8 Prozent ab 2032 schaffen zudem Investitionssicherheit für die heimische Biokraftstoffwirtschaft. Die Anpassungen sind Teil der Umsetzung der geänderten Erneuerbare Energien-Richtlinie (RED-III) der EU.