Die Aussaat von Winterraps ist im Hinblick auf die Preise attraktiv. Foto: kubais - stock.adobe.com

| Charlotte Lea Bromm

Hohe Preise machen Raps attraktiv

Die Preisschere zwischen den Vorkontraktpreisen für Brotweizen und Raps hat sich vergrößert. Die Preise sprechen bei der Aussaat 2027 für Winterraps.

Ende Mai 2026 erhielten Rapserzeuger für Vorkontrakte der Ernte 2026 im Bundesdurchschnitt knapp 492 €/t frei Erfasserlager und damit mehr als doppelt so viel wie für eine Tonne Brotweizen. Die Preisschere hat sich das Preisverhältnis auf 1 zu 2,7 vergrößert. Steigende Energiepreise infolge geopolitischer Spannungen im Nahen Osten sorgten zuletzt für festere Notierungen am Pariser Terminmarkt und stützten damit auch die Erzeugerpreise für Raps. Diese Impulse sind jedoch überwiegend kurzfristig, für die mittelfristige Marktentwicklung bleiben die Fundamentaldaten maßgeblich.

Die Erzeugerpreise für Brotweizen der Ernte 2026 haben sich in den zurückliegenden Wochen zwar ebenfalls gefestigt, allerdings weniger deutlich als bei Raps. Mit 184 €/t liegen die Preise auf Erzeugerebene rund 1,50 €/t unter dem Vorjahreswert. Aktuell stehen die Räumung der Lager und die Erfüllung von Vorkontrakten am heimischen Markt im Vordergrund, Neugeschäft bleibt die Ausnahme. 

Keine Engpässe absehbar

Die aktuellen Preisrelationen sprechen klar für Winterraps, wie die Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen (UFOP) mitteilt. Die Fundamentaldaten präsentieren sich stabil, größere Angebotsengpässe zeichnen sich derzeit nicht ab. Regionale Witterungsrisiken bleiben zwar bestehen, werden EU‑weit jedoch durch die größere Anbaufläche abgefedert. Insgesamt biete den Winterraps damit weiterhin attraktive wirtschaftliche Perspektiven für die Fruchtfolge und bleibt eine konkurrenzfähige Option für die Aussaat 2027, so die UFOP.