Das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) ist im März auf 97,3 Punkte zurückgegangen. Im Februar lag der Wert noch bei 101,6 Punkten. Somit wurde der im Herbst begonnene Aufwärtstrend unterbrochen: Der Barometerwert ist erneut unter die neutrale 100-Punkte-Marke gefallen, die ein durchschnittliches Wachstum der deutschen Wirtschaft anzeigt.
Beschwerlicher Weg Richtung Wachstum
Dennoch dürfte die deutsche Wirtschaft ihre mehrjährige Stagnations- und Rezessionsphase langsam hinter sich lassen: Die beschlossenen finanzpolitischen Maßnahmen für Verteidigung, Infrastruktur und Klimaneutralität wirken im laufenden Jahr allmählich und schieben die Binnenkonjunktur an, berichtet das DIW am Dienstag. Die zuletzt positiven Signale aus den Exportmärkten seien durch den Krieg im Nahen Osten aber vorerst ausgebremst worden. Die stark gestiegenen Öl- und Gaspreise sowie die Störungen der Lieferketten – insbesondere für Dünger – werden nach Ansicht des DIW auch auf die Verbraucherpreise in Deutschland durchschlagen und den beginnenden Konjunkturaufschwung merklich dämpfen.
Nur vorsichtige Erholungssignale aus der Industrie
Sowohl bei der Produktion als auch bei den Auftragseingängen habe sich ab Herbst ein allmählicher Aufwärtstrend abgezeichnet, “der allerdings holprig verlief”. Nach Ausbruch des Krieges haben sich gemäß ifo Geschäftsklimaindex die Erwartungen im März spürbar eingetrübt. Auch die Investitionspakete der Bundesregierung stützen die deutsche Industrie bisher weniger als erwartet. Allerdings dürften die zusätzlichen Verteidigungsausgaben die Rüstungsindustrie und verwandte Industriebereiche zunehmend beleben. Im Dienstleistungsbereich sei die aktuelle wirtschaftliche Lage zwar noch stabil, aber die Erwartungen hätten sich mit dem Ausbruch des Iran-Krieges wieder eingetrübt. “Steigende Energiepreise nehmen den Verbrauchern Kaufkraft.”
Alles in allem tendiere die deutsche Wirtschaft weiter aufwärts, so das Fazit des DIW. Diesen Trend trügen wesentlich die Ausgabenpakete der Bundesregierung, die zunehmend Wirkung entfalteten. Das globale politische und wirtschaftliche Umfeld wirke jedoch deutlich bremsend.
