"Wir erleben derzeit eine gefährliche Schieflage: Die Kosten für Diesel, Energie und Dünger steigen erneut deutlich, während viele Erzeugerpreise - etwa im Getreidebereich - auf niedrigem Niveau verharren. Das bringt zahlreiche Betriebe an ihre wirtschaftlichen Grenzen", so der BBV-Präsident Günther Felßner.
Das von der Bundesregierung auf den Weg gebrachte Kraftstoffmaßnahmenpaket bringe keine konkrete Entlastung für landwirtschaftliche Betriebe. Die Interessenvertretung fordert daher „kurzfristig wirksame Entlastungen und verlässliche politische Rahmenbedingungen, um die Lebensmittelerzeugung zu sichern.“
Die zentralen Forderungen des BBV:
- Aussetzung der CO2-Abgabe. Eine temporäre Aussetzung der CO2-Abgabe werde unmittelbar zu spürbaren Entlastungen führen. Beim Diesel entspreche dies einer Entlastung von rund 17 bis 20 Cent je Liter. Auch im Bereich Gas - etwa im Gewächshaus oder in der Tierhaltung - werde dies die Kosten deutlich senken.
- Düngemittelversorgung sichern und stabilisieren. Steigende Düngerpreise bei gleichzeitig niedrigen Getreidepreisen bringen die betriebliche Kalkulation nach Ansicht des Verbandes zunehmend ins Wanken. Neben der Sicherung der internationalen Versorgung gelte es daher, heimische Potenziale (also organischer Dünger) konsequent zu nutzen sowie stabile Rahmenbedingungen für eine Tierhaltung mit geschlossenen Nährstoffkreisläufen zu schaffen.
- Erneuerbare Energien aus der Landwirtschaft stärken. Die Land- und Forstwirtschaft könne einen Beitrag zur Energieunabhängigkeit leisten - etwa durch Biogas, erneuerbare Kraftstoffe, Holzenergie sowie Solar- und Windenergie. Dafür brauche es verlässliche wirtschaftliche Perspektiven. Dazu zählt der BBV die Steuerfreistellung erneuerbarer, heimischer Kraftstoffe sowie tragfähige Anschlussregelungen für bestehende Biogasanlagen.
