In den USA haben die Maisvorräte Ende 2025/26 ein Sechsjahreshoch erreicht. Foto: United Soybean Board

| Markus Wolf

Kurse brechen ein

In den USA ist weniger Mais der Rekordernte 2025 verbraucht worden als erwartet. Der Terminmarkt reagiert mit Abschlägen, die auch Weizen und Sojabohne belasten.

Neue Daten zu den Getreidevorräten in den USA haben den Markt auf dem falschen Fuß erwischt. In dem am Mittwochabend (30. September 2026 ) veröffentlichten Bericht schätzt der US-amerikanische Nationale Agrarstatistikdienst (NASS) die Maisvorräte zum Start in die neue Maissaison 2026/27 am 1. September 2026 auf gut 53 (Vorjahr: 39) Mio. t.

Maisvorräte auf Sechsjahreshoch

Dabei überrascht nicht, dass die Vorräte höher ausfallen als im Vorjahr - 2025 steigerten die US-Landwirte ihre Maisernte um 53 auf rekordhohe 431 Mio. t - sondern der Umfang des Bestandsaufbaus. Der übersteigt die zuvor kursierenden Annahmen selbst der ausgeprägtesten Pessimisten noch einmal um 2,4 Mio. t.

Auch die jüngsten Annahmen des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) sind damit schon wieder überholt. Die Behörde hatte erst Mitte September ihre Vorratsschätzung zum Saisonwechsel leicht nach unten korrigiert auf etwas weniger als 49 Mio. t. Zuletzt lagerten Ende 2019/20 mehr als 50 Mio. t Mais in den USA; der Durchschnitt der Jahre 2020/21 bis 2024/25 liegt bei 37 Mio. t.

Einbruch der Maiskurse belastet Weizen und Soja

Am Maismarkt kamen die neuen Zahlen nicht gut an. Die Notierung am Terminmarkt in Chicago (CBoT) brach umgehend nach deren Bekanntgabe um fast 4 Prozent ein und beendete den gestrigen Handelstag auf einem Sechswochentief von rund 197 US-$/t. Am Donnerstag, 1. Oktober 2026, gibt der Mais an der Pariser Euronext in Reaktion auf die Korrektur bei den US-Maisvorräten um 5,00 auf 286 €/t nach.

Sojabohnen im Minus

Diese negative Entwicklung wirkte sich auch auf Weizen und Sojabohnen aus, deren Notierungen ebenfalls nachgaben. Dabei waren die neuen Vorratsdaten für beide Kulturen eher preisstützend: Die US-weiten Vorräte an Sojabohnen zum 1. September, der ebenfalls das Ende der Saison 2025/26 markiert, lagen mit 8,6 (8,8) Mio. t am unteren Rand der Markterwartungen und auch leicht unter der aktuellen USDA-Schätzung von Mitte September. Ähnliches gilt für die Weizenreserven, die sich laut NASS zum Stichtag auf rund 50 (58) Mio. t summierten. Im Gegensatz zu Mais und Soja befindet sich der Weizenmarkt bereits seit dem 1. Juni im Wirtschaftsjahr 2026/27, sodass es für diesen Zwischenstand nach dem 1. Vermarktungsquartal keine Vergleichsschätzung seitens des USDA gibt. Als Maßstab dienen hier die Markterwartungen, und die neue NASS-Statistik positioniert die Weizenvorräte im unteren Bereich der zuvor kursierenden Zahlen.