Schweinefleisch ist schwach nachgefragt. Foto: davit85-adobe-stock.com

| Daphne Huber

Kurskorrektur wahrscheinlich

Der Schweinemarkt tritt auf der Stelle. Die Fleischindustrie fordert Abschläge.

Zu Wochenbeginn steht dem hiesigen Schlachtschweinemarkt nach dem Feiertag am 1. Mai ein gut ausreichendes Lebendangebot zur Verfügung. Der Schweinepreis liegt unverändert bei 1,70 €/kg Schlachtgewicht (SG). Ferkel sind mit 58 €/Stück bewertet, teilt die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) mit.

Der europäische Schlachtschweinemarkt tritt weiter auf der Stelle. Die Notierungen zeigen bei lustlosem Marktverlauf keine Bewegung und verbleiben in den verschiedenen EU-Mitgliedsländern auf dem bestehenden Niveau, berichtet die Interessengemeinschaft Deutscher Schweinehalter (ISN).

In der aktuellen Schlachtwoche, die in vielen Ländern durch den Maifeiertag am vergangenen Freitag nur reduzierte Schlachtkapazitäten hatte, gestaltet sich das Verhältnis von Angebot und Nachfrage am Schlachtschweinemarkt insgesamt ausgeglichen. Die Nachfrage der Schlachtbetriebe lässt sich dem Vernehmen nach mit den verfügbaren Stückzahlen decken. Die Marktteilnehmer klagten grenzübergreifend über einen lustlosen Schweinefleischabsatz und ein umfangreiches Fleischangebot auf dem europäischen Fleischmarkt. Das Warten auf spürbare Nachfrageimpulse setzt sich daher fort.

Die deutsche Notierung behauptete sich bei einer angespannten Marktlage. Deutsche Schlachtunternehmen hatten mit Verweis auf die seit Ostern unbefriedigenden Fleischgeschäfte einen deutlichen Preisrückgang gefordert. Diesen Forderungen stand trotz der verkürzten Schlachtwoche bei regionalen Unterschieden ein insgesamt ausgeglichener Schlachtschweinemarkt gegenüber. Die niederländischen Schlachtunternehmen folgten der Vorgabe aus Deutschland und beließen ihre Auszahlungspreise unverändert. Schlachtreife Schweine sollen in den Niederlanden begehrt sein, sodass laut Pigbusiness, das größte niederländische Schlachtunternehmen, in der vergangenen Woche Schweine deutlich über dem Marktpreis gekauft haben soll.

Das dänische Schlachtunternehmen Danish Crown berichtet von einem weiter leicht positiven Trend beim Export von Mittelstücken vom Schwein, andere Teilstücke stünden unter Druck. Der Export nach Fernost sei weiterhin gut, auch wenn Wettbewerbsdruck spürbar sei. Mit dem wärmeren Wetter und den Feiertagen werde in Europa eine Erholung der Teilstückpreise erwartet. Die dänische Notierung bewegt sich auf dem bestehenden, vergleichsweise niedrigen Niveau seitwärts.

Die spanische Notierung bewegt sich zum fünften Mal in Folge seitwärts. Die Markteinschätzungen von Erzeugern und Schlachtbetrieben gehen laut Mercolleida auseinander. Die Erzeuger sehen insbesondere im Norden der iberischen Halbinsel eine rege Nachfrage nach schlachtreifen Schweinen, während die Schlachtunternehmen den ausreichend versorgten Fleischmarkt sehen. Auch in Belgien, Frankreich und Österreich blieben die Notierungen für Schlachtschweine mangels belebender Impulse unverändert. Aus Italien liegt für die laufende Schlachtwoche keine aktuelle Notierung vor.