Am Mittwoch (7. Januar) empfängt Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus Vertreter des Vereins Land-schafft-Verbindung (LSV) und der Freien Bauern, um über die Lage der Landwirtschaft, insbesondere über das Mercosur-Abkommen, zu sprechen. Für den Donnerstag (8. Januar) ruft der Verein bundesweit zu Protestaktionen auf. Von 7 bis 17 Uhr sollen besonders in Mecklenburg-Vorpommern zahlreiche Autobahnauffahrten der A11 und der A24 blockiert werden. Es werde sich vorbehalten, die Proteste bis zum 11. Januar auszudehnen, so der LSV.
Mit Pkw, Lkw und landwirtschaftlichen Maschinen wollen die Landwirte die Autobahn-Zubringer unter dem Motto „Landwirte kämpfen um ihre Zukunft“ sperren.
Bauernverbände üben Kritik an Blockaden
Der Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern bewertet die angekündigten Demonstrationen zum jetzigen Zeitpunkt als nicht zielführend: „Unser Ziel ist es, die berechtigten Anliegen der Landwirtschaft mit Nachdruck, aber auch mit Augenmaß zu vertreten. Aktionen, die die gesellschaftliche Akzeptanz gefährden könnten, sind aus unserer Sicht derzeit nicht der richtige Weg“, so zitiert der NDR Bauernpräsident Karsten Trunk.
Der LSV weist im Gegenzug darauf hin, dass sich die Proteste nicht gegen die Bürger richten, wenngleich diese betroffen seien. „Wir gehen auf die Autobahnen, weil wir anders nicht mehr gehört werden. Unsere Aktionen sind ein letzter Weckruf an Politik und Gesellschaft. Wenn jetzt nicht gehandelt wird, droht ein unumkehrbarer Strukturbruch in der Landwirtschaft“, heißt es.
Auch vom Bauernverband Brandenburg kommt Kritik: „Autobahnzufahrten sind kein guter Ort für den berechtigten Protest der Landwirte gegen die aktuelle Agrarpolitik. Mercosur würde zwar – oberflächlich betrachtet – die wirtschaftliche Situation bei den Landwirten verschärfen. Die Ursachen liegen jedoch tiefer, und genau hier setzt die Arbeit der Bauernverbände an“, so Präsident Henrik Wendorff in einem Statement.
