Der Verbrauch von Eiern und Geflügelfleisch soll in den kommenden 15 Jahren weiter steigen. Dennoch rechnet die Rabobank damit, dass die Geflügelproduktion bis 2040 rund 25 Prozent unter dem Niveau von 2023 liegen wird. Der Legehennenbestand soll bis 2040 um rund 20 Prozent sinken, der Masthähnchenbestand sogar um 30 Prozent. Die Zahl der Betriebe hat sich bereits mehr als halbiert. Die verbleibenden Unternehmen wachsen im Durchschnitt um rund ein Viertel, hauptsächlich durch zusätzliche Betriebsstandorte – nicht durch mehr Tiere pro Stall. Trotz der geringeren Produktion erwarten die Experten stabile Preise, gestützt durch Zertifizierungen und langfristige Lieferkettenabsprachen.
Anpassungen für Klima und Tierwohl
Neue Techniken und geringere Besatzdichten sollen eine deutliche Reduktion von Ammoniak- und Feinstaubemissionen ermöglichen. Gleichzeitig wirtschaften viele Betriebe bereits energieneutral oder erzeugen mehr Energie, als sie selbst benötigen. Die Gülle wird vollständig zirkulär verwertet. Die Mehrkosten für diese höheren Klima‑, Natur‑ und Tierschutzstandards tragen dabei zunehmend die Verbraucher.
Bis 2040 sollen in den Niederlanden außerdem alle Käfigsysteme abgeschafft sein. Neue Ställe setzen verstärkt auf überdachte Ausläufe. Der Wunsch der Verbraucher nach mehr Tierwohl hat zudem den Anteil an Freiland- und Bio-Eiern deutlich erhöht. Die Produktion richtet sich stärker auf den niederländischen und europäischen Markt aus.
Die Legehennenhaltung in den Niederlanden konzentriert sich weiterhin auf die sandigen Regionen im Zentrum, Süden und Osten des Landes. Rund 10 Prozent der Betriebe liegen jedoch in unmittelbarer Nähe zu Natura‑2000‑Gebieten, wo strengere Umweltauflagen betriebliche Anpassungen erfordern. Die Masthähnchenhaltung bleibt landesweit verteilt.
