Das Herdenschutzsystem im Test auf der Weide. Foto: Pax Lupus GbR

| Markus Wolf

Mit Drohnen gegen Wölfe

Ein autonomes Drohnensystem soll Wölfe langfristig von Weidetieren fernhalten. Ziel: Schutz von Raub- und Herdentier.

Das Startup Pax Lupus hat ein autonomes System für einen Kompromiss zwischen Wolfs- und Herdenschutz entwickelt. Eine mobile Anlage vertreibt Wölfe auch langfristig mit Drohne und Geräuschen, ohne den Tieren zu schaden, berichtet die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU), die das Start-up mit 125.000 € fördert.

Autonom und netzunabhängig

In der Mitte der Weide werde das mobile, per Solarmodul mit Storm versorgte Gerät inklusive Mast mit Kameras und Sensoren aufgestellt. “Im Radius von bis zu 200 Metern überwachen die Kameras Tag und Nacht die Weide und erkennen, wenn sich ein Wolf nähert. Langfristig soll die Erkennung auch über Bewegungsmuster erfolgen”, so Karsten Schmiegel von Pax Lupus. Nähere sich ein Wolf, steige zunächst aus der Basisstation eine kleine Drohne auf und fliege den Wolf gezielt an. Verbleibe der Wolf im Außenbereich der Weide, fliege sie erste Abwehrmanöver. Beim Vordringen auf die Weide folgten weitere Abwehrmaßnahmen durch die Drohne, die den Wolf vertrieben. Bei verfügbarer Netzabdeckung würden auch die Schäfer in Echtzeit über die Vorfälle informiert. 

Auch Schutz vor Füchsen oder Kojoten

Das Schutzsystem vertreibe die Wölfe nicht nur situativ: “Falls ein Rudel zurückkehrt, kann die wiederholte Vergrämung dazu führen, dass die Wölfe die Weidetiere auch langfristig meiden.” Mit dem Herdenschutz von Pax Lupus sei zudem nur noch ein Grundschutz wie einfache Weidezäune zusätzlich erforderlich, während die eigentliche Schutzwirkung situativ und gezielt bereitgestellt werde. Nach Angaben des Startups ist eine Anwendung des Systems nicht nur bei Schafen, sondern auch bei Kühen, Pferden oder Hühnern realisierbar. Denkbar sei zudem ein Training des Systems auf weitere Raubtiere wie Füchse oder Kojoten.