Die neuen US-Beimischungsvorgaben für Biodiesel sorgen für einen Nachfragesprung beim Rapsöl. Foto: agrarmotive - stock.adobe.com

Nachfragesprung bei Rapsöl

In den USA ziehen hohe Beimischungsvorgaben für Biodiesel neben der Sojaöl- auch die Rapsölnachfrage in die Höhe. Kanada deckt den höheren US-Importbedarf.

Biodiesel wird im Wirtschaftsjahr 2026/27 zur wichtigsten Verwendung von Rapsöl in den USA. So springt der Anteil der Biokraftstoffproduktion am Inlandsverbrauch gegenüber den beiden vorangegangenen Jahren von 42 auf 53 Prozent in die Höhe und überholt damit erstmals das Segment “Speiseöl und andere Einsatzwecke”. Konkret rechnet das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) für die neue Saison mit einem Anstieg des Rapsölbedarfs in der heimischen Biodieselherstellung um 60 Prozent auf gut 2,5 Mio. t. Bei stagnierendem Bedarf für andere Verwendungen legt der Gesamtverbrauch 2026/27 demnach um fast ein Viertel auf 4,7 Mio. t zu.

Steigende Importabhängigkeit

Einen Teil des erwarten Mehrbedarfs an Rapsöl kann die US-Landwirtschaft beisteuern. Nach der noch vorläufigen Flächenschätzung des nationalen Agrarstatistikdienstes (NASS) wächst die Rapsaussaat in den Vereinigten Staaten zur Ernte 2026 um 15 Prozent auf 1,1 Mio. ha. Der bisherige Flächenrekord aus dem Jahr 2024/25 wird damit nur knapp verpasst. Auf Basis eines Durchschnittsertrages von 2,1 t/ha liegt das Erntepotential damit im Bereich von rekordhohen 2,2 Mio. t. Sollten sich die Spitzenerträge des Vorjahres wiederholen, wären sogar 2,4 Mio. t drin. 

Weil die heimische Rapserzeugung den Bedarf an Rapsöl nicht decken kann, sind die USA auf Importe angewiesen. Die kommen zum kleineren Teil in Form von Rapssaat ins Land, zuletzt etwa 240.000 t pro Jahr. Viel wichtiger sind aber die Rapsölkäufe: Auf den für 2025/26 erwarteten Anstieg der Importe um 0,3 auf 3 Mio. t folgt nach Einschätzung des USDA 2026/27 ein weiterer Sprung um 0,9 auf 3,9 Mio. t. Der Mehrbedarf wird zum größten Teil vom nördlichen Nachbarn Kanada gedeckt.

Rapserzeugerpreise im Aufwind

Die sprunghaft zunehmende Nachfrage nach Rapsöl wirkt sich positiv auf die Rapspreise in den USA aus. Die USDA-Prognose legt für 2026/27 “aufgrund der starken Inlandsnachfrage” einen Anstieg um etwa 20 Prozent auf rund 550 US-$/t (umgerechnet 473 €/t) nahe.
 

US-Biodiesel besteht zu einem Drittel aus Sojaöl, und aus den von der US-Umweltbehörde (EPA) festgezurrten Rahmendaten leitet sich für 2026 ein zusätzlicher Bedarf von 2 Mio. t ab (was mit einen Schlag 10 Mio. t Sojabohnen vom Markt nimmt und die Preise in den USA stützt). Daneben besteht US-Biodiesel aber auch zu 9 Prozent aus Rapsöl, und das stammt zu großen Teilen aus Kanada. Da importierte Rohstoffe für Biodiesel erst ab 2028 diskriminiert werden (halbierte Anrechenbarkeit) profitieren die kanadischen Anbieter noch eineinhalb Jahre von einer fortgesetzt hohen und vermutlich steigenden Rapsölnachfrage der USA. Das fördert die Rapsverarbeitung der Ölmühlen in Kanada und begrenzt das Exportangebot des weltgrößten Rapsanbieters. Das Landwirtschaftsministerium in Ottawa geht für 2026/27 von einem Rückgang der Rapsexporte um 0,5 auf 7,7 Mio. t aus.