Die Schlachtunternehmen Tönnies und Westfleisch haben in den vergangenen Wochen drastische Preissenkungen eingefordert, sodass der Schweinepreis am Mittwoch (6. Mai) um 0,10 auf 1,60 €/kg SG gesenkt wurde. Nach dem Preisrutsch seit Oktober 2025 verzeichnet die Branche damit eine erneute Preissenkung. Nach Einschätzung des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV) habe dieser Schritt verheerende Auswirkungen für die Schweinehalter und heize den Strukturwandel massiv an. Eigentlich sollte die gesamte Kette im Hinblick auf die begonnene Grillsaison auf steigende Nachfrage und anziehende Preise setzen, so der WLV. Die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) hat die Senkung um 10 Ct/kg SG ermittelt. Diese war seit Ostern erwartet worden, da sich das vorhandene Überangebot nicht abbauen ließ. Am Schlachtschweinemarkt sorgen schwache Fleischgeschäfte und Abbestellungen der Schlachtunternehmen für unausgeglichene Marktverhältnisse. Schwache Fleischabsatzgeschäfte führten auch am Schlachtsauenmarkt zu einer reduzierten Nachfrage. Ein in der neuen Schlachtwoche reduzierter Schlachtsauenpreis ist die Folge.
Preissenkung inakzeptabel
Den Ferkelpreis bewertet die VEZG unverändert mit 58 €/Stück. “Wir haben zahlreiche Gespräche geführt, um die völlig überzogenen Forderungen der großen Schlachthöfe zu Preisnachlässen abzuwenden. Der sich abzeichnende, dramatische Einbruch der Schweinepreise ist für uns inakzeptabel und ungerechtfertigt", findet WLV-Präsident Hubertus Beringmeier. ”Sollte diese negative Preistendenz nicht schnell ins Gegenteil umgekehrt werden, werden wir unserer Kritik auch an den Schlachthöfen Gehör verschaffen", so Beringmeier weiter. Rund 2,3 Mio. Mastschweine werden in Westfalen-Lippe gehalten und mit einem Lebendgewicht von etwa 120 kg in umliegenden Schlachtunternehmen verarbeitet.
