Die Düngerpreise bleiben wegen der weiter anhaltenden kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den USA und dem Iran fest gestimmt. Die weltweit hohen Preise für Ammoniak und Harnstoff schlagen auch auf den deutschen und europäischen Markt durch. Entwarnung gibt der Industrieverband Agrar (IVA). Marco Fleischmann, verantwortlich für Pflanzennährstoffe beim IVA und Chef der Yara Deutschland GmbH, gibt eine gewisse Entwarnung bei den Preisen. Mit rund 750 €/t Harnstoff mit Ureasehemmer sei der Preis aktuell weit von den Ausschlägen im Jahr 2022 mit Beginn des russischen Angriffskrieges in der Ukraine in Höhe von rund 1.250 €/t entfernt. Kalkammonsalpeter (KAS) ist ab Hof in Norddeutschland mit 455 €/t aufgerufen. Hingegen erreicht der Maisdünger DAP mit Beginn der Aussaat eine stattliche Höhe von 860 €/t ab Hof Norddeutschland. Landwirte weichen, wo möglich, auf Wirtschaftsdünger aus.
Was die künftige Preisentwicklung für Dünger betrifft, wollte der IVA-Vizepräsident Fleischmann keine Aussagen machen. Diese hänge von der Dauer der Sperrung der Straße von Hormus ab. In Deutschland und in der EU sei der Selbstversorgungsgrad von Stickstoffdünger mit 75 Prozent hoch. Deutschland werde beispielsweise mit Harnstoff aus Trinidad, Algerien und Ägypten beliefert. Von der Schiffsblockade in der Straße von Hormus seien mehr Indien, Asien und Australien betroffen. Allerdings würden weltweit die Mengen fehlen, die im Persischen Golf festliegen, was zu Preissteigerungen führe, von denen letztlich auch deutsche Landwirte betroffen seien.
Wegen der Trockenheit im April ist die zweite Stickstoffgabe im Weizen niedriger ausgefallen als im feuchten Vorjahr. Damit liegt noch Ware auf den Höfen. Mit dem einsetzenden Regen Anfang Mai sind die Voraussetzungen für die dritte Qualitätsgabe im Weizen gegeben. Nach dem ersten Schnitt erfolgt die Stickstoffgabe im Grünland.
Im Ausblick auf die Einlagerungssaison 2026/27 sollten Landwirte schon jetzt auf Aktionen beim Düngerkauf achten. Denn die Startpreise für Stickstoffdünger dürften auf einem hohen Niveau starten, da bis Juni die Vorräte aufgebraucht sind. Die Industrie muss Erdgas zu höheren Konditionen einkaufen als im Vorjahr, was die Ware verteuert.
