Palmöl setzt sich zuletzt preislich an die Spitze der Pflanzenöle. Foto: photomagically - stock.adobe.com

| Charlotte Lea Bromm

Rohöl als Taktgeber

Die Notierungen zeigen sich stabil. Indonesien und Malaysia könnten aufgrund eines höheren Eigenbedarfs ihre Palmölexporte reduzieren.

Der Preisschock beim Rohöl stützt insbesondere die Notierungen für Pflanzenöle und verbessert die Wettbewerbsfähigkeit von Biodiesel und damit auch die Nachfrage für Soja- und Rapsöl. So wurden für Sojaöl Ende März 1.155 €/t fob deutscher Mühle verlangt und damit rund 6 Prozent mehr als noch Ende Februar, wie die Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen (UFOP) berichtet. Zuletzt fielen die Preise jedoch auf rund 1.105 €/t. Für Rapsöl wurden in der vergangenen Woche (21. April 2026) rund 1.165 €/t genannt: knapp 18 Prozent mehr als zum Vorjahreszeitpunkt. Die Nachfrage bleib insgesamt verhalten.

Palmöl an der Preisspitze

Auch der Palmölpreis steigt seit Anfang März und kletterte zuletzt auf 1.345 €/t. Unterstützung erhält das tropische Öl insbesondere durch die Erwartung einer steigenden Biodieselnachfrage in den beiden größten Produktionsländern Indonesien und Malaysia. Diese könnte das Exportpotenzial der führenden Palmölanbieter begrenzen und das globale Angebot verknappen. Dem gegenüber steht jedoch die Aussicht auf eine weltweite Rekordproduktion von Palmöl bei einem gleichzeitig rückläufigen Bedarf in der EU.

Der Preisanstieg für Sonnenblumenöl setzte schon im Spätsommer 2025 ein, nachdem eine enttäuschende Ernte in der Ukraine das Rohstoffangebot merklich limitierte. Fob ARAG waren zuletzt umgerechnet 1.276 €/t im Gespräch und damit 19 Prozent mehr als zum Vorjahreszeitpunkt.

Es bleibt nun abzuwarten, inwieweit sich der Beschluss des Deutschen Bundestages zur Weiterentwicklung der THG-Quote auf den nationalen Markt auswirken wird, so die UFOP. Auf EU-Ebene lassen die höheren Zielvorgaben der RED III erwarten, dass die Quotenverpflichtungen für Biokraftstoffe in allen Mitgliedsstaaten angehoben werden müssen. Die Richtlinie sieht verbindliche Ausbauziele für erneuerbare Energien auf 42,5 Prozent bis 2030 vor. Die UFOP erwartet, dass der EU-Rapsanbau von den ambitionierteren Quotenregelungen profitieren wird. Mit Blick auf Ernte und Aussaat 2026 sei eine nachhaltige erzeugerpreisstützende Wirkung für Ölsaaten zu erwarten.