Rapserdflöhe setzen den jungen Pflanzen zu und fressen Löcher in die Keimblätter. Blattfläche und die Photosynthese werden deutlich reduziert. Der Fraß des Rapserdflohs schwächt die jungen Pflanzen, beeinträchtigt ihre Entwicklung oder lässt sie gar absterben. Viele, gerade erst aufgelaufene Rapsbestände zeigen bereits erhebliche Schäden. Die Ertragsverluste der diesjährigen Ernte 2026 sind beim Raps auf den Schaden des Rapserdflohs zurückzuführen.
Für die Bekämpfung des Käfers und seiner gefräßigen Larven ist nur noch ein synthetischer Wirkstoff zugelassen, der zudem erst bei einer Schadschwelle von 10 Prozent eingesetzt werden darf, erläutert Landwirt Stefan Bernickel aus Brandenburg. “Seit Jahren darf eine Beizung des Saatguts die jungen Pflanzen nicht mehr schützen. Eine ökologische, ökonomische und politische Katastrophe.”
3 t/ha decken die Kosten
Ab dem Frühjahr setzen zudem weitere Schadinsekten wie der Kohltriebrüssler oder die Kohlschotenmücke den Pflanzen zu. Brandenburgs Landwirte ernteten in diesem Jahr im Schnitt nur noch 2,1 t Raps/t, teilt der Landesbauernverband mit.
Ein Hektarertrag von 3 t sei notwendig, um die Kosten zu decken. Mit den niedrigen Erträgen verliere der Raps seine Rolle als “Cashcow” des Betriebs. “Wir müssen darüber sprechen, wie wir den Raps in unserer Fruchtfolge erhalten können”, unterstreicht Bernickel. “Wir verlieren sonst eines unserer wichtigsten Standbeine. Die Lücke auf dem Markt wird dann durch Importe gefüllt – die Lücke in meinem Betrieb bleibt aber. Für den Schutz dieser wichtigen Kultur brauchen wir neue Wirkstoffe, die wirksam, umweltverträglich, aber auch finanzierbar sind und uns nicht aus dem Wettbewerb mit Ländern katapultieren, in denen weniger strenge Vorgaben für chemische Pflanzenschutzmittel gelten.”
