Ministerpräsident Reiner Haseloff (l.) und sein Agrarminister Sven Schulze auf der Grünen Woche 2025 in Berlin. Foto: da

| Daphne Huber

Schulze erhält Amtsbonus

Der Agrarminister in Sachsen-Anhalt, Sven Schulze (CDU), soll schon Ende Januar das Amt des Ministerpräsidenten von Reiner Haseloff (CDU) übernehmen. Die Landtagswahlen sind im September.

Der amtierende Ministerpräsident in Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff, hat am Donnerstag bekannt gegeben, dass er sich vorzeitig von seinem Amt zurückziehen möchte. Damit macht er den Weg frei für den CDU-Spitzenkandidaten Schulze (46). Der bisherige Wirtschafts- und Agrarminister Schulze könnte mit einem Amtsinhaber-Bonus bessere Chancen bekommen, bei der Landtagswahl am 6. September 2026 die in den Umfragen vorne liegende AfD in Schach zu halten.

Haseloff hatte im Oktober 2025 bekannt gegeben, dass er nicht mehr zur Wahl antreten will, jedoch die Amtsgeschäfte noch bis zur Wahl im September ausführen werde. Haseloff war seit 2011 Ministerpräsident der CDU in Sachsen-Anhalt und führt derzeit eine Koalition aus CDU, SPD und FDP. Schulze, Minister für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten, wurde daraufhin zum Spitzenkandidaten der CDU zur Landtagswahl ernannt. Am kommenden Montag (12. Januar 2026) will Haseloff auf der Klausurtagung der CDU-Landtagsfraktion Schulze offiziell für seine Nachfolge vorschlagen. Die Koalitionspartner SPD und FDP haben Medienberichten zufolge bereits signalisiert, dass sie dem studierten Wirtschaftsingenieur Schulze bei der Wahl im Landtag in Magdeburg Ende Januar 2026 ihre Stimme geben wollen.

Ministerpräsident in der Übergangsphase

Beobachter erwarten eine schwierige Regierungsbildung im September in Sachsen-Anhalt, sollte die AfD die Wahlen gewinnen. Bis eine neue Mannschaft steht, würde Schulze in der Übergangsphase geschäftsführender Ministerpräsident mit der bisherigen Regierung bleiben. Nachfolger für Schulze als Agrarminister sind noch nicht bekannt. Im Ministerium sind derzeit Gerd Zender, Staatssekretär für Landwirtschaft, und Stefanie Pötzsch, Staatssekretärin für Wirtschaft.