Der Zusatzzoll für US-Sojabohnenexporte nach China bleibt bis auf weiteres unverändert bestehen. Foto: United Soybean Board

| Markus Wolf

Sojabohnen bei Zolldeal außen vor

Die USA und China haben sich auf eine Senkung von Zusatzzöllen geeinigt. Nachgebende Notierungen für Sojabohnen zieht auch die Rapspreise nach unten.

Das chinesische Handelsministerium hat am Montag (28. September) Zollsenkungen für rund 1.600 Agrarprodukte aus den USA im Umfang von 30 Mrd. US-$ angekündigt. Die Liste ist das Ergebnis von Verhandlungen von Vertretern beider Länder, die im Weißen Haus unter dem Namen “30-for-30” laufen. Zielvorgabe ist, dass beide Seiten die im Zuge des Handelskonflikts gegenseitig erhobenen Zusatzzölle um jeweils 30 Mrd. US-$ abbauen. In der Vorwoche fand das Gipfeltreffen in Washington von US-Präsident Donald Trump und Chinas Präsidenten XI Jinping statt. 

Das wichtigste US-Produkt fehlt auf der Liste

Die Einigung ist eine Annäherung in der weiterhin angespannten Beziehung beider Länder. Für die US-Farmer ist sie aber eine Enttäuschung. Denn auf der Liste finden sich zwar Produkte wie Mais, Weizen und Sorghum sowie Fleisch, Pflanzenöle und Milchprodukte, allerdings fehlt das für die USA wichtigste Exportprodukt nach China: Sojabohnen. Für die bleibt es also bei dem aktuell geltenden Zusatzzoll in Höhe von 10 Prozent. Sojaschrot wiederum steht zwar auf der Liste, nur importiert China generell kein Sojaschrot. 

Sojabohnen ziehen globale Ölsaatenmärkte nach unten

Am US-Terminmarkt in Chicago (CBoT) reagierten die Teilnehmer enttäuscht auf den Ausschluss der Sojabohnen bei den Zollsenkungen. Am Montag (28. September) ging es für den neuerntigen November-Kontrakt um gut 2 Prozent abwärts auf 473 US-$/t. Diese Entwicklung wirkte auch am Rapsmarkt nach: In Kanada vollzog der Handel die Abwärtsbewegung fast 1:1 nach und ging mit einem Minus von ebenfalls gut 2 Prozent bei umgerechnet 502 €/t aus dem Handel. In Paris gab der Raps-Kontrakt zur Lieferung im November gleichermaßen nach um minus 2 Prozent auf 536 €/t. Damit sank die Notierung erstmals seit Ende August unter die Marke von 540 €/t zurück.

Die Bedeutung Chinas für die US-Sojaexporte
2025 machten Sojabohnen 36 Prozent des Gesamtwertes in Höhe von 8,3 Mrd. US-$ der von den USA nach China exportierten Agrarprodukte aus. 2024 lag dieser Anteil bei einem ungleich höheren Gesamtwert von 27 Mrd. US-$ bei 46 Prozent. 
Die von den USA nach China verkauften Sojamengen brachen 2025 um fast drei Viertel auf nur noch 7,2 Mio. t ein. Für die ersten sieben Monate des Jahres 2026 weist die US-Handelsstatistik wiederum einen Anstieg der Ausfuhren um 5 auf 11 Mio. t aus. Was nach einem Erfolg aussieht, ist eher eine Beruhigungspille: Schließlich hatte China den USA im Oktober 2025 zugesagt, 2026 mindestens 25 Mio. t Sojabohnen zu ordern. Davon ist man derzeit noch weit entfernt, die aktuellen Daten legen eher ein Ergebnis von 18 bis 19 Mio. t nahe.