Seit Anfang Mai sind deutsche Frühkartoffeln am Markt angeboten. Trotz der Trockenheit im April ist bisher kaum von Schäden die Rede. Regional wurde beregnet. Der Aufwuchs der Frühkartoffeln kann sich sehen lassen. Aus allen Anbaugebieten gibt es erfreuliche Meldungen. So hatte die Trockenheit im April den Beständen kaum geschadet. Regional und nach Bedarf haben Betriebe die Flächen frostschutzberegnet. Die kalten Eisheiligen haben Mitte Mai das Wachstum jedoch etwas gestoppt.
Die Sorte Annabelle machte in Niedersachsen den Anfang bei den Rodearbeiten. Die zunächst überschaubaren Mengen verkauften die Erzeuger direkt auf dem Hof oder in den mobilen Verkaufsständen an den Strassen zusammen mit Spargeln. Die Ware ist losschalig. Die Landwirtschaft ist mit dem Aufwuchs der Bestände sehr zufrieden. Landwirte erwarten eine große Ernte, die frühzeitig zur Verfügung steht. Für die Ware können die Erzeuger von 80,00 bis 120,00 €/100 kg erzielen. Am Hamburger Großmarkt stehen Partien ebenfalls zur Verfügung.
Ware am Großmarkt
In Baden-Württemberg haben Erzeuger die ersten Knollen aus der Erde geholt. Hier ist Mitte Mai noch von einem kleineren Umfang die Rede. Mit dem Wetterwechsel zu sommerlichen Temperaturen ab Pfingsten nimmt die Anzahl der Betriebe täglich zu, die mit den Rodearbeiten beginnt. Damit trifft immer mehr Ware an den Großmärkten ein. In Baden-Württemberg lautet die Preisempfehlung für Speisefrühkartoffeln zum Erntestart (20. Mai 2026) ab Hof 116,00 €/100 kg für Palettenware in 25 kg-Säcken. Kleingebinde sind mit 2,50 €/kg bewertet. In Hessen werden neue Kartoffeln in der Direktvermarktung zu Preisen leicht über 100 €/100 als Sackware angeboten.
Verregneter Start
In Rheinland-Pfalz haben die Arbeiten ebenfalls Mitte Mai begonnen. Speisefrühkartoffeln unter Folie sind im Rheinland sind genauso weit entwickelt wie im Vorjahr. Auch hier hatten Kälte und der Regen um die Eisheiligen herum Mitte Mai das Wachstum verzögert. Dennoch haben Betriebe mit den Arbeiten begonnen und die Folien abgezogen. Anfang Juni wird die Saison der „Pfälzer Grumbeere“ offiziell eröffnet. In der Regel liegen die Preisempfehlungen auf dem Niveau der Ware aus Baden-Württemberg.
Im Rheinland sind Rodungen ebenfalls in der ersten Maiwoche gestartet. Damit sind die Landwirte rund eine Woche früher als in anderen Jahren am Start. Auch hier ist von zufriedenstellenden Qualitäten und Erträgen die Rede. Doppelvliesabdeckung und die optimale Witterung der vergangenen Wochen haben geholfen, berichten Landwirte. Notiert werden für Sackware in Richtung Klein- und Markthandel ab Hof 30,00 €/25kg.
LEH senkt Preise
Gleichzeitig bleiben Importe an Frühkartoffeln aus dem Mittelmeerraum im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) präsent. Ägyptische, zyprische und israelische Herkünfte sind vertreten, allerdings hochpreisiger als Kartoffeln aus der alten deutschen Ernte angeboten. Die Nachfrage nach Importware hält sich somit seit Beginn der Saison in Grenzen. Aufgrund der schwächeren Nachfrage haben die Preise für diese Ware in den vergangenen Wochen auch nachgegeben. So werden ägyptische Kartoffeln nicht mehr mit 70 bis 72,00 €/100 kg angeboten, sondern erzielen Mitte Mai nur noch einen Preis 65,00 €/100 kg. Teilweise liegen die Forderungen nur noch bei 60 bis 63,00 €/100 kg.
Israelische Sorten sind Mitte Mai nur noch mit 75,00 €/100kg bewertet. Teilweise sind die Notierungen auf 65 bis 68,00 €/100 kg gesunken. Zu Beginn der Ankünfte im April lag der Preis bei 85 bis 89,00 €/100kg. Die Kurse für Ware aus Zypern haben von 120 auf 80 bis 90,00 €/100 kg Ende Mai nachgegeben.
Angebot aus Spanien könnte Preisdruck erhöhen
Das diesjährige spanische Kartoffelangebot dürfte verspätet eintreffen. Schwierige Witterungsbedingungen wie anhaltende Regenfälle während der Pflanzperiode haben die Verzögerungen verursacht. Final wollen sich Händler über den Umfang der eintreffenden Mengen aus Spanien nicht äußern. Teilweise wurden Felder gar nicht bestellt aufgrund von Überschwemmungen. Allerdings sind diese Ausfälle nicht in allen Anbauregionen der Fall, was eine Bewertung erschwert.
Das spanische Angebot könnte in diesem Jahr auf die ersten festschaligen Kartoffeln aus der heimischen Erzeugung stoßen. Dies könnte den Druck auf das deutsche Preisniveau erhöhen. Es bleibt abzuwarten, wie sich das Kursniveau für die deutschen Kartoffeln unter diesen Voraussetzungen entwickeln wird.
