Die Milchmengen stagnieren in der vergangenen Woche. Foto: toa555 - stcok.adobe.com

| Charlotte Lea Bromm

Stabile Erzeugerpreise erwartet

Magermilchpulver erfreut sich reger Nachfrage im Ausland. Discounter senken die Butterpreise.

Die Milchanlieferung in Deutschland befindet sich derzeit weitgehend auf einem Plateau, sodass kurzfristig keine weiteren Steigerungen zu erwarten sind. Es wird davon ausgegangen, dass in den kommenden zwei Wochen die diesjährige Milchspitze erreicht wird und dann ein leichter Rückgang der Erfassungsmengen einsetzt.

Die Butterpreise an der Süddeutschen Butter- und Käsebörse in Kempten zeigen sich in der neuesten Notierungsrunde schwächer: Der Preis für Blockbutter setzt am Mittwoch (29. April 2026) seinen Abwärtstrend fort und steht aktuell bei 3,85 bis 4,00 €/kg, ein Minus von 10 Cent am unteren und 30 Cent am oberen Ende im Vergleich zur Vorwoche. Der Preis für Päckchenbutter bleibt unverändert bei 4,20 bis 4,85 €/kg. In der letzten Woche haben Discounter die Kunden mit niedrigeren Preisen von 1,05 €/250-Gramm Päckchen ind die Läden gelockt. Der Erzeugerpreis für konventionelle Milch liegt bei rund 37,7 Cent/Liter.

Kapazitäten ausgelastet

Der Markt für Magermilchpulver zeigt sich dagegen stabil. Große Nachfrage besteht vorrangig im internationalen Geschäft, während das Kaufinteresse innerhalb der EU ruhig ist. Die Produktion in Deutschland und der EU bewegt sich weiter auf hohem Niveau, die Trocknungskapazitäten der Werke sind voll ausgelastet. Für das zweite Quartal sind die Werke weitgehend ausverkauft.
An der Kemptener Börse notiert Magermilchpulver in Lebensmittelqualität mit einem Plus von 13 Cent am unteren und oberen Ende der Spanne für 2,80 bis 2,98 €/kg. Die Notierung für Ware in Futtermittelqualität folgt diesem Trend und legt auf 2,63 bis 2,68 €/kg zu, ein Plus von je 15 Cent. Der Bedarf geht hier jedoch zum Ende der Kälbersaison zurück. Vollmilchpulver notiert in einem sehr ruhigen Marktumfeld aktuell unverändert bei 3,37 bis 3,45 €/kg.

Stabiler Ausblick
Der Agriculture Outlook der EU-Kommission sieht in den jüngsten Stabilisierungen und Anstiegen der Milchproduktpreise einen Hinweis darauf, dass die Rohmilchpreise in den kommenden Monaten ebenfalls stabil bleiben könnten. Die Milchproduktion in der EU könnte 2026 weiter um 0,2 Prozent zunehmen, hauptsächlich getrieben durch eine resiliente Nachfrage innerhalb der EU.