Für Windenergieanlagen an Land gilt: läuft! Foto: Baywa

| Markus Wolf

Stark nachgefragt

Die Ausschreibung für Windenergieanlagen an Land war zuletzt um mehr als das Doppelte überzeichnet. Fast die Hälfte der zugeschlagenen Menge geht nach Niedersachsen und NRW.

Bei einer ausgeschriebenen Menge von 3.445 Megawatt (MW) wurden 924 Gebote mit einer Gebotsmenge von 7.858 MW eingereicht. Dies entsprach nach Angaben der Bundesnetzagentur in etwa dem Niveau der vorherigen Gebotsrunde. Zugeschlagen wurden demnach 439 Gebote mit einer Zuschlagsmenge von 3.445 MW. 

Die im Gebotspreisverfahren ermittelten Zuschlagswerte liegen zwischen 5,19 Ct/kWh und 5,64 Ct/kWh. Der durchschnittliche mengengewichtete Zuschlagswert sinkt gegenüber der Vorrunde um 0,5 auf 5,54 Ct/kWh und damit auf den niedrigsten Wert seit der Ausschreibung im Februar 2018.

Das größte Zuschlagsvolumen geht nach Niedersachsen (957 MW, 96 Zuschläge), gefolgt von Nordrhein-Westfalen (661 MW, 100 Zuschläge), Sachsen-Anhalt (438 MW, 53 Zuschläge) und Brandenburg (396 MW, 60 Zuschläge). Auf die südlichen Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg entfallen insgesamt lediglich 2 Prozent des Zuschlagsvolumens.

Wenig Interesse an Aufdach-Solaranlagen

Wenig gefragt war die Auschreibung für Solaranlagen auf Gebäuden und Lärmschutzwänden Bei einer ausgeschriebenen Menge von 283 MW wurden 98 Gebote mit einer Gebotsmenge von 177 MW eingereicht, und damit noch einmal weniger in der letzten Ausschreibung im Oktober 2025 (310 MW). Nach dem Ausschluss von 13 Geboten erhielten 85 Gebote mit einem Volumen von 155 MW den Zuschlag. Der mittlere Zuschlagswerte liegt bei 9,56 Ct/kWh, bei einer Spanne von 7,88 bis 10,00 Ct/kWh. Für 2026 gilt ein Höchstwert von 10,00 Ct/kWh.

Auch bei Solaranlagen entfielen die meisten Zuschläge auf Nordrhein-Westfalen (50 MW, 24 Zuschläge), gefolgt von Niedersachsen (17 MW, 12 Zuschläge) und Brandenburg (17 MW, 9 Zuschläge).
 

Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) wertet die sinkenden Zuschlagswerte als Beweis dafür, dass Windenergie an Land die Stromkosten senkt und die Unabhängigkeit von importierten Brennstoffen erhöht. Allerdings bemängelt der Branchenverband die fehlende Klarheit zur bevorstehenden EEG-Novelle und zum Netzanschlusspaket: “Für Investitionsentscheidungen ist ein sicherer Rahmen unverzichtbar.” 

Unterdessen legte die AfD-Faktion im Bundestag am Mittwoch einen Antrag vor, in dem sie ein Windkraftmoratorium bis Ende 2027 fordert. Neben dem Genehmigungsverfahren kritisiert die AfD unter anderem unzureichendes Recycling von Altanlagen, das Entstehen von Mikroplastik durch Abrieb an den Rotoren, und gesundheitliche Beeinträchtingungen von Mensch und Tier durch Windräder.