Der Aufsichtsrat der BayWa AG ist am Dreikönigstag (6. Januar) in München zu einer kurzfristig einberufenen Sitzung zusammengekommen. Wie der Agrarkonzern mitteilt, haben die Mitglieder ergebnisoffen über eine zukünftige personelle Ausrichtung des Vorstands beraten. Einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) zufolge ging es in der Sitzung um die Personalie des Vorstandsvorsitzenden Dr. Frank Hiller. Nach nur zehn Monaten im Amt soll Hiller gehen. Er stellt zusammen mit Chief Restructuring Officer (CRO) Michael Baur, Dr. Marleen Wienert verantwortlich für Agrar und Finanzvorstand (CFO) Prof. Matthias J. Rapp den Vorstand. Die FAZ berichtet von Unstimmigkeiten, Kompetenzgerangel und Eifersüchteleien.
Weihnachtsgeschenk: Cefetra-Verkauf
Hiller hatte auf der Hauptversammlung im September 2025 Optimismus verbreitet, dass das Unternehmen bis 2028 schuldenfrei sei. 2024 hatte die BayWa einen Jahresfehlbetrag von 1,6 Mrd. € ausgewiesen. Hiller verantwortete in den vergangenen Monaten einige Verkäufe von Baywa-Gesellschaften. Am Heiligen Abend konnte die Baywa der Kaufvertrag über das niederländische Futtermittelunternehmen Cefetra an eine Investorengruppe verkauft. Die Verkäufe sollen die Zukunft der BayWa sichern, die sich künftig auf die Kerngeschäfte Agrar, Baustoffe, Wärme und Technik konzentrieren will.
Hiller ist seit März 2025 Vorstandsvorsitzender. Zuvor war er Vorstandsvorsitzender von Big Dutchman, dem Marktführer für Fütterungsanlagen und Stallungssysteme. Davor war er fünf Jahre CEO der börsennotierten Deutz AG in Köln.
