Am Weihnachtstag war der Frontkontrakt in Paris noch auf der Marke von 450 €/t aufgeschlagen, einem Niveau, das zuletzt im September 2024 herrschte. Dort schleppte sich die Notierung über den Jahreswechsel und sprang dann innerhalb von zwei Handelstagen um 3,4 Prozent in die Höhe. Mit dem am Dienstag (6. Januar) markierten Schlusskurs von 467 €/t ist der Ende Januar auslaufende Kontrakt für Februar 2026 wieder in den Korridor zwischen von 465 bis 485 €/t zurückgekehrt, in dem sich der Kurs zwischen August und Mitte Dezember 2025 vorwiegend bewegte.
Zwischen Hoffen und Bangen
Ein einzelner Grund für den deutlichen Preissprung ist nicht auszumachen. Raps in Kanada und die Sojabohne in den USA legten zwar ebenfalls zu, aber in deutlich geringerem Umfang. Vom Rohöl kamen keine Impulse, der fossile Rohstoff schwächelt und nähert sich von oben kommend wieder einem Fasspreis von 60 US-$ an. Der Raketenbeschuss einer Sonnenblumenölanlage des US-Agrarkonzerns Bunge im ukrainischen Dnipro durch Russland könnte zu Unsicherheit über weitere Raketenschläge gegen Agraranlagen geführt haben - und damit über die Sicherheit der Ölsaatenlieferungen aus der Ukraine in Richtung EU.
Der für kommende Woche erwarteten Besuch des kanadischen Premierministers Mark Carney in Peking weckt Hoffnungen auf eine zeitweilige Aussetzung der Strafzölle Chinas gegen kanadische Rapserzeugnisse. Im Gegenzug könnte Kanada sich bereit erklären, seine Antidumpingzölle gegen chinesische E-Autos zeitweilig auszusetzen.
