Australiens Landwirte fahren 2026/27 deutlich wenger Raps ein. Foto: Sallenbuscher - stock.adobe.com

| Markus Wolf

Trockenheit bedroht Rapserträge

In Down Under haben sich die Aussichten für die Rapsernte 2026 stark eingetrübt. Die Prognose bricht um 20 Prozent gegenüber Vorjahr ein.

Das australische Amt für Agrar- und Ressourcenökonomie (Abares) hat am Dienstag (2. Juni) die heimische Rapsernte 2026 auf 6,2 Mio. t geschätzt. Gegenüber der im März veröffentlichten ersten Schätzung für die gegen Jahresende anstehenden Ernte sind das 800.000 t weniger. Das hohe Vorjahresergebnis 2025/26 wird sogar um 1,5 Mio. t verfehlt. Zur Einordnung: Der von den bisher fünf größten Ernten geprägte Fünfjahresschnitt beträgt 7,5 Mio. t. 

Der im Agricultural Crop Report vorhergesagte Produktionseinbruch geht zum einen auf eine rückläufige Fläche zurück. So sinkt der Rapsanbau zur Saison 2026/27 im Jahresvergleich in Australien um voraussichtlich 6 Prozent auf 3,5 Mio. ha. Leichte Zuwächse in den Bundesstaaten Westaustralien, Victoria und Südaustralien werden dabei durch ein Minus in New South Wales wieder zunichte gemacht. “Trotz hoher Düngemittelpreise und eines hohen Düngemittelbedarfs haben Landwirte mit ausreichender Bodenfeuchtigkeit entschieden, die Rapsfläche in der Fruchtfolge beizubehalten oder sogar auszuweiten, da die Deckungsbeiträge voraussichtlich höher sind als bei Getreidekulturen”, so das Abares weiter. 

Produktionsrisiko Wetter

Zum anderen fällt die Ertragserwartung ab. Die für 2026/27 durchschnittlich angesetzten 1,8 t/ha verfehlen das Vorjahresergebnis um 13 Prozent. Laut der Ende Mai veröffentlichten Dreimonatsprognose für das Wetter besteht bis Ende August in den Anbauregionen von Queensland, New South Wales, Victoria, Südaustralien und Westaustralien eine Wahrscheinlichkeit von 60 bis 80 Prozent, dass die Winterniederschläge unterdurchschnittlich ausfallen. Die zuletzt günstigen Bodenfeuchteverhältnisse in den meisten südlichen Anbaugebieten Australiens bedeuten, dass die Kulturen weniger von Winterniederschlägen abhängig sind, jedoch ausreichende Niederschläge für Etablierung und Wachstum benötigen. “Die erwarteten unterdurchschnittlichen Niederschläge in den nordöstlichen Anbauregionen stellen jedoch ein anhaltendes Produktionsrisiko für die Wintersaison dar”, wie das Abares erläutert.

Einen Inlandsverbrauch auf Höhe der beiden Vorjahre unterstellt in Höhe von rund 1,4 Mio. t, kommt Australien auf dem Papier im Wirtschaftjsahr 2026/27 aus der Ernte heraus auf ein Exportpotenzial von ungefähr 4,8 Mio. t Raps. Nimmt man die im Verlauf der Saison 2025/26 gestiegenen Vorräte hinzu, steigt dieser Wert auf schätzungsweise 5,3 Mio. t an. Das liegt am unteren Ende der Rapsmengen, die Australien seit 2021/22 jährlich ins Ausland verkaufte von 5,3 bis 6,3 Mio. t.