Nach zwei Wochen mit deutlich eingeschränkten Vermarktungsmöglichkeiten geht der deutsche Schlachtschweinemarkt nun in die erste volle Arbeits- und Schlachtwoche des Jahres über. Wie erwartet hat sich ein Überhang aufgebaut, der laut Marktteilnehmern aber geringer ausfällt als im Vorjahr. Dieser soll nun sukzessive abgebaut werden. Die Frage bleibt, wie stark der Handel in den kommenden Wochen anzieht und ob sich die Nachfrage stabil entwickeln kann.
Entwicklungen zum Jahreswechsel
Der europäische Schlachtschweinemarkt zeigt zum Jahreswechsel ein heterogenes Bild. Die Interessengemeinschaft der Schweinhealter Deutschlands (ISN) schreibt, während in vielen Ländern stabile Notierungen gemeldet werden, geraten die Preise in Dänemark und Frankreich unter Druck. Die Marktlage war spürbar gehemmt. Feiertagsbedingt fehlten wichtige Schlachttage, wodurch sich EU-weit ein lebendiger Überhang bildete. Erfahrungsgemäß zeigt sich der Fleischhandel im Januar zurückhaltend, Preisspitzen werden oftmals bereinigt. Wie hoch die tatsächliche Nachfrage in den ersten voll ausgelasteten Wochen sein wird, bleibt vorerst offen. Positiv wirkt sich die Entscheidung Chinas aus, die vor Weihnachten gesenkten Strafzölle auf europäisches Schweinefleisch beizubehalten. Dadurch verbessern sich die Perspektiven für den Export in Drittstaaten.
Stabile Notierungen
In Deutschland und Österreich wurde zuletzt vor Weihnachten notiert. Die Preise blieben daher während der Feiertage unverändert. Auch Belgien und Spanien meldeten stabile Verhältnisse. In Spanien hatte die Afrikanische Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen in der Region Barcelona im Dezember zu deutlichen Preisrückgängen geführt. Die Notierung konnte sich jedoch vor Weihnachten stabilisieren und blieb zuletzt bereits zum dritten Mal in Folge unverändert.
Dänemark unter Druck
Danish Crown senkte den Auszahlungspreis erneut um 5 Ct/kg. Laut Unternehmen konzentriere sich der gesamte EU-Markt seit dem ASP-Ausbruch in Spanien stärker auf Frischware. Gleichzeitig profitieren dänische Exporteure davon, dass einige Drittstaaten, die bisher Ware aus Spanien bezogen hatten, nun auf dänische Produkte zurückgreifen.
Leichte Preisrückgänge
Frankreich meldete zuletzt einen moderaten Rückgang von knapp 2 Ct/kg. Die Schlachtgewichte waren gestiegen, gleichzeitig sorgten die üblichen Neujahrs-Werbeaktionen im Lebensmitteleinzelhandel für rege Schlachtaktivitäten und einen guten Warenabfluss.
Niederlande ändern Notierungssystem
Zum Jahreswechsel wurde in den Niederlanden die Notierungsbasis umgestellt. Die neue “DCA Beurs Mutatieprijs” wird nun immer am Montagabend veröffentlicht. Statt eines absoluten Preises wird nur noch die Veränderung angegeben – als Maßstab für die Markttendenz. Damit soll eine bessere Annäherung an die Auszahlungspreise der Schlachtunternehmen erreicht werden, die traditionell mittwochs erscheinen.
