Die Weizenpreise steigen im September global um gut 6 Prozent an. Foto: stone36 - stock.adobe.com

| Charlotte Lea Bromm

Unterbrochene Ketten treiben die Preise

Handelsblockaden im Schwarzen Meer und ungünstige Witterung lassen den FAO-Index für Lebensmittel um 1,5 Prozent steigen. Die Weizenkurse ziehen an.

Der Referenzindex der UN-Welternährungsorganisation (FAO) für die weltweiten Lebensmittelpreise stieg im September auf 136 Punkte und lag damit um 5,8 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Der Index erfasst die monatlichen Veränderungen der internationalen Preise eines Korbs weltweit gehandelter Lebensmittel-Rohstoffe.

Bei Getreide hob die Organisation ihren Index gegenüber August um 5,1 Prozent an, ein Plus von 17,2 Prozent gegenüber September 2025. Die weltweiten Weizenpreise stiegen laut FAO um 6,3 Prozent, was auf logistische Engpässe in der Schwarzmeerregion und trockenes Wetter in Teilen Nordamerikas vor der Aussaat zurückzuführen war. Die weltweiten Maispreise legten um 5,6 Prozent zu.

Zucker verknappt sich

Ausreichend exportierbare Vorräte bei Schweine- und Geflügelfleisch ließen den Fleischindex der FAO im September um gut 1 Prozent sinken. Der FAO-Milchpreisindex gab im September um 0,1 Prozent nach, wobei Rückgänge bei den Käsepreisen die Anstiege bei den Milchpulvernotierungen ausglichen, die Butterpreise veränderten sich kaum. Für die Saison 2026/27 erwartete die FAO ein weltweit ein knappes Zuckerangebot und hebt ihren Zuckerindex gegenüber August um 6,1 Prozent an. Rückläufige Anbauflächen in der EU und Trocken- und Starkregenereignisse bestimmen die kommende Saison.

Getreideproduktion und -handel rückläufig

Die weltweite Getreideproduktion geht 2026 gegenüber dem Vorjahr um gut 2 Prozent auf 2.979 Mio. t zurück. Dieses Ergebnis sei jedoch laut dem von der FAO veröffentlichten „Cereal Supply and Demand Brief“ nach dem Vorjahresniveau die zweitgrößte Ernte seit Aufzeichnungsbeginn. Die Weizenproduktion wird dank verbesserter Wetterbedingungen in Australien nun voraussichtlich 814 Mio. t erreichen. Der Abwärtstrend bei den Grobgetreidesorten gleicht das jedoch mehr als aus, da FAO-Analysten ihren Ertrag infolge heißer und trockener Witterung auf nur 1.612 Mio. t schätzen. Der weltweite Gesamtgetreideverbrauch 2026/27 dürfte leicht auf 2.966 Mio. t steigen. Der globale Handel sieht sich jedoch einem Rückgang von 3,5 Prozent auf 505,8 Mio. t gegenüber. Logistische Einschränkungen im Schwarzen Meer und unzureichende Transportalternativen belasten die Weizen- und Maisausfuhren.