Die Schließung der Anlagen von Domo Caproleuna in Leuna/Sachsen-Anhalt ist beschlossene Sache. Damit dürfte sich das Angebot an Stickstoff-Schwefeldüngern auf dem deutschen Markt weiter verknappen. In Leuna ist bei der Caprolactam-Herstellung schwefelsaures Ammoniak mit 21 Prozent Stickstoff (N) und und Ammoniumsulfat mit 24 Prozent Schwefel angefallen und wird als SSA-Dünger unter dem Markennamen Domogran vermarktet.
Damit sinkt das Angebot an Stickstoff-Schwefeldüngern kontinuierlich. Vor etwa zwei Jahren hat die BASF SE in Ludwigshafen die Produktionsanlage des Stickstoff-Schwefeldüngers ASS eingestellt. Mit der Schließung in Leuna dürften weitere 350.000 t SSA nach den 400.000 t ASS vom Markt verschwinden. Andere Hersteller wie die Yara haben ihr Angebot um Stickstoff-Schwefeldünger erweitert. Allerdings wird wegen der Nahostkrise und der Sperre der Straße von Hormus der Rohstoff Schwefel knapp auf dem Weltmarkt angeboten. Landwirte müssen mit hohen Preisen kalkulieren. Ein gewisses Angebot von SSA-Düngern ist mit 420 €/t angeboten. Stickstoff-Schwefeldünger kosten um die 510 €/t ab Lager.
Düngehilfen laufen über Direktzahlungskonten
Der Düngermarkt ist derzeit von Stillstand geprägt. Betriebsleiter zögern den Düngerkauf weiterhin hinaus. Sie verweisen auf die hohen Preise sowie die Unsicherheit darüber, ob eine neue Düngeverordnung im Frühjahr 2027 in Kraft treten wird. Ferner stehen die Modalitäten über die Auszahlung der europäischen Düngerhilfen noch nicht fest. Die EU-Kommission hat Deutschland 60 Mio. € zugesagt. Vom Bundesfinanzministerium (BMF) gibt es noch keine Hinweise dazu, ob die Bundesregierung die von Brüssel genehmigten optionalen 120 Mio. € - oder maximal 200 Prozent als nationale Düngerhilfen aufstocken will. Damit würde das Gesamtvolumen auf 180 Mio. € steigen. Die Auszahlung soll über die Konten laufen, die für die Direktzahlungen angegeben sind.
Regen bringt leichte Entspannung
Die Einlagerungsquote auf den Betrieben liegt im bundesweiten Schnitt bei rund 30 Prozent. Dieser Wert ist für die Jahreszeit gering. Die Niedrigwassersituation - besonders am Rhein - dürfte sich nach den Niederschlägen zwar etwas verbessern, aber Erschwerniszuschläge sind für den Transport von Düngern und anderen Agrarprodukten weiterhin zu entrichten. Handelsunternehmen versuchen, Dünger an den Seehäfen zu parken, um zum späteren Zeitpunkt an die Umschlagsplätze im Binnenland auszuliefern. Je weniger Landwirte frühzeitig ihre Düngermengen bestellen, umso kritischer sehen Marktteilnehmer die Bereitstellung der Ware zum gewünschten Zeitpunkt im Frühjahr. Die Stickstoffwerke Pieteritz (SKW) haben wegen der hohen Kosten für Energie und CO2-Zertifikate die Produktion seit Wochen gedrosselt.
Die Preise für KAS bleiben in dieser Woche bei 445 €/t frei Hof und 460 €/t ab Lager. Granulierter Harnstoff ist mit 630 €/t frei Hof 5 €/t teurer angeboten. Harnstoff mit Urease kostet mit 670 €/t ab Lager und 665 €/t frei Hof ebenfalls 5 €/t mehr als in der Vorwoche. AHL hat mit 450 €/t frei Hof und 460 €/t ab Lager ebenfalls einen um 5 €/t höheren Preis. DAP hält 910 €/t frei Hof und TSP 745 €/t frei Hof. 40er Kali bleibt unverändert mit 310 €/t ab Lager und wird mit 305 €/t frei Hof angeboten.
