Aktuell beobachten Landwirte ihre Felder mit Wintergetreide, auf denen vor allem Raps und Gerste ausgesät wurde. Der frühe Frost Ende November habe eine Art Winterruhe bei den Pflanzen hervorgerufen und auch den Befall mit Läusen gestoppt, erklärt Konrad Westphale, stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für pflanzliche Erzeugnisse im Landvolk Niedersachsen. Lediglich auf den in Mulchsaat bestellten Flächen fühlten sich die Mäuse durch die Trockenheit sehr wohl und verursachten dementsprechende Schäden. Die Folgen des vorhergesagten schweren Frosts bis minus 16 Grad seien aktuell nicht absehbar.
Nun bleibt das Hoffen auf reichlich Regen im Januar. 2025 war mit 440 l/m² Wasser fast so trocken wie das Dürrejahr 2018 mit 430 l/m². Die teils überdurchschnittlich Ernte überrascht vor diesem Hintergrund.
Angebot steigt weiter
Die großen Erntemengen drücken jedoch die Preise: Diese sind derzeit niedriger als im Sommer. Westphale sieht Märkte für Nischenprodukte als Lösung. Denn nach dem Aus für zahlreiche Biogasanlagen im Land werde sich das Angebot an Getreide noch steigern.
Eine mögliche Alternative stellt der Anbau von Dinkel dar: Aufgrund der Preisaufschläge und des geringeren Aufwands sei das eine gute Alternative zum Weizenanbau. Nach einem Rekordwert von 358.000 t Dinkel in 2024/25 hätte sich jedoch in diesem Jahr wegen zu großer Lagerbestände die Anbaufläche wieder reduziert.
Die aktuelle Getreidebilanz zeigt: Im Wirtschaftsjahr 2024/25 wurden rund 23 Prozent der in Deutschland verfügbaren Getreidemenge für Nahrungszwecke verwendet, gut 20 Prozent für die industrielle oder energetische Nutzung, Saatgut und Verluste lagen bei 6,4 Prozent und 50 Prozent entfielen auf Futterzwecke. Der Selbstversorgungsgrad lag bei knapp 100 Prozent, wie das Bundesinformationszentrums Landwirtschaft mitteilte.
